Schotterbettschneider fĂŒr H0

Schotterbettschneider fĂŒr H0

Beitragvon AarKarl_VT96 » Montag, 30. Dezember 2013, 13:36:33

Hallo Gemeinde,

bevor ich zum Feiern ĂŒber Neujahr verschwinde noch ein kleiner Thread von mir. Vorstellen möchte ich meinen Schotterbettschneider. Da ich eine Korkbettung bei mir einsetze und diese anfangs mit dem Teppichbodenmesser aus dem Vollen geschnitzt habe, ging mir das ziemlich schnell auf den Sender. Also schnell was gebaut und ab dann konnte ich im Akkord arbeiten. Ich will Euch dieses Tool nicht vorenthalten. Vielleicht findet es ja hier einen Interessenten. (Im Nachbaruniversum kratzte das keinen)
Als Grundmaterial fĂŒr die Bettung verwende ich Pinwandhintergrund in 5mm. Gibts bei uns im Baumarkt die Platte 1000x800 fĂŒr 4,50€. Billiger kann man Korkbettung nicht kaufen. FĂŒr meine gesamte Anlage habe ich 4 Platten gebraucht. Wenn man damit schneiden will braucht es also nur noch eine Schneidunterlage und eine Wasserwaage zum Anlegen. Wenn die Klingen scharf sind geht das wie das heiße Messer durch die Butter.

Hier zuerst der Bauplan:
Bild
Einfach aus einem StĂŒck Buchenholz gebaut und mit halben Teppichbodenklingen erweitert.

Achtung: das Ding ist gut, aber auch gefÀhrlich. Die nachfolgenden Bilder bringen es an den Tag!

So sieht es fertig aus:
Bild

So ist es gedacht:
Bild

Die mittlere Klinge kann man fĂŒr Geraden natĂŒrlich weg lassen. FĂŒr die Kurvenverlegung aber richtig gut. Anbei ein Bild wie ich damit Radien verlegt habe.
Bild

Damit schlĂ€gt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Der Kork wirft sich nicht, auch bei kleinen Radien. Eine GleisĂŒberhöhung ist leicht zu realisieren. Wie im Bild zu sehen (wenn auch nur schwer) hat die rechte BetthĂ€lfte eine 1,5mm Unterlage aus doppelseitigem Klebeband.

So viel Spass damit und schneidet Euch nicht die Finger ab. Ich habe mich verletzt, weil ich zu faul war die stumpfe Klinge zu wechseln. :oops:

Bis dahin und einen guten Rutsch
Mit freundlichen ModellbahnergrĂŒĂŸen
Thomas

Mein Bad Meandertal

Der Horizont mancher Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null. Das nennen Sie dann Ihren Standpunkt.
(Albert Einstein)
Benutzeravatar
AarKarl_VT96
Lehrling
 
BeitrÀge: 57
Registriert: Samstag, 28. Dezember 2013, 20:01:56
Wohnort: Rhein-Lahn-Kreis nÀhe Limburg

Re: Schotterbettschneider fĂŒr H0

Beitragvon FreddyK » Montag, 30. Dezember 2013, 13:52:00

Schönes Tool mit entsprechender technischen Zeichnung, da dĂŒrfte der Nachbau kein Problem darstellen. :bigOK:
Ich hatte mir damals so einen Balsaschneider, mit einseitiger 45 Grad Klinge geholt.
FreddyK
 

Re: Schotterbettschneider fĂŒr H0

Beitragvon AarKarl_VT96 » Montag, 30. Dezember 2013, 20:09:59

Moin Detlef,

da ich ein Fauler Mensch bin :grin: musste ich mir ja was einfallen lassen. Das nĂ€chste Projekt wird ein Schotterautomat. Wird ebenfalls aus Holz. Man kann ja sowas kaufen. Was ich dazu aber in der Hand hatte war zwar teuer aber wenig ĂŒberzeugend. Wenn's klappt findet man es hier im Forum. Wieder mit Bauplan.

Bis dahin

PS: War bei Dir stöbern. Schmalspur macht mich neugierig.
Mit freundlichen ModellbahnergrĂŒĂŸen
Thomas

Mein Bad Meandertal

Der Horizont mancher Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null. Das nennen Sie dann Ihren Standpunkt.
(Albert Einstein)
Benutzeravatar
AarKarl_VT96
Lehrling
 
BeitrÀge: 57
Registriert: Samstag, 28. Dezember 2013, 20:01:56
Wohnort: Rhein-Lahn-Kreis nÀhe Limburg

Re: Schotterbettschneider fĂŒr H0

Beitragvon Jendris » Montag, 30. Dezember 2013, 20:16:47

Hallo Thomas,

erklĂ€re mir mal die Notwendigkeit des mittleren Messers - notwendige fĂŒr Biegsamkeit bei Radien?
Ich habe bisher noch nie mit Kork gearbeitet, hatte Styrodur als Untergrund genutzt und den immer etwas beschnitten.
Beim Einschottern kommt dann sowieso der Winkel, als war da nichts mit einer solchen Vorbereitung.
Übrigens ist die SchallbrĂŒcke beim Einschottern auch beim Kork gegeben und bisher habe ich kaum störende GerĂ€usche vernommen.
Auf die Schotterhilfe bin ich gespannt - bisher mache ich dies frei Hand.

Gruß
Jendris
Jendris
 

Re: Schotterbettschneider fĂŒr H0

Beitragvon AarKarl_VT96 » Montag, 30. Dezember 2013, 21:08:43

Moin Jendris,

Kork hat die Eigenschaft bei engen Radien, so unter 800mm, an den Innenseiten einzuknicken (nach oben). Irgendwo muß das ĂŒberschĂŒssige Material am Innenradius ja hin. Wenn man dann das Korkbett aber in der Mitte teilt, lassen sich Radien bis 350mm ohne dieses Problem bauen.

Ich habe das mittlere Messer grundsÀtzlich benutzt.

Wie Du auf dem Bild sehen kannst habe ich in die Trassenbretter, da wo das Gleis liegt, eine Nut gefrÀst die dem Gleisverlauf entspricht.
Das mittlere Messer liegt um den Betrag der Nutenbreite aus der Mitte (3mm). Jetzt konnte ich hergehen und den Kork auf der einen Seite entlang der Nut kleben und die andere Seite gegen die bereits verlegte Seite stoßen. Ergebnis: Das Schotterbett liegt exakt da, wo nachher das Gleis liegt. Ich konnte also ruhigen Gewissens erst das Schotterbett komplett ĂŒber Weichen und alles verlegen und anschließend die Gleise drauf. Die Daten fĂŒr die Nuten und Trassenbretter habe ich komplett aus WinTrack extrahiert. Erstaunlich wie genau WinTrack da arbeitet, hatt bis auf das letzte GleisstĂŒck genau gepasst. Lediglich bei Flexgleisen die als Übergangsbogen ohne festen Radius verlegt werden sollen "eiert" WinTrack etwas. Sieht man auch im Bild.

Hier mal ein Bild vom Trassenbrett "Bad Meandertal" damit man sieht wie ich das mit den Nuten meine.
Bild

Ansonsten bin ich mit der Wahl Kork sehr zufrieden. Der Schallschutz ist echt super. Es beruhigt mich, wenn Du sagst, dass diese Eigenschaft auch nach dem Schottern erhalten bleibt.

Bis dahin
Zuletzt geÀndert von AarKarl_VT96 am Montag, 30. Dezember 2013, 21:49:24, insgesamt 1-mal geÀndert.
Mit freundlichen ModellbahnergrĂŒĂŸen
Thomas

Mein Bad Meandertal

Der Horizont mancher Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null. Das nennen Sie dann Ihren Standpunkt.
(Albert Einstein)
Benutzeravatar
AarKarl_VT96
Lehrling
 
BeitrÀge: 57
Registriert: Samstag, 28. Dezember 2013, 20:01:56
Wohnort: Rhein-Lahn-Kreis nÀhe Limburg

Re: Schotterbettschneider fĂŒr H0

Beitragvon burgkim » Montag, 30. Dezember 2013, 21:37:43

Hallo, Thomas,

kannst Du Deine Bilder etwas kleiner hier einstellen? Mein Bildschirm packt gerade ca ein FĂŒnftel der Bildbreite (... von der LĂ€nge will ich gar nicht reden!). So kann man die Bilder nicht wirklich genießen. Danke!
... liebe GrĂŒĂŸe von der Alb

Thomas
Benutzeravatar
burgkim
Schaffner
 
BeitrÀge: 294
Registriert: Mittwoch, 09. Oktober 2013, 21:27:11
Wohnort: Gerstetten

Re: Schotterbettschneider fĂŒr H0

Beitragvon AarKarl_VT96 » Montag, 30. Dezember 2013, 21:50:37

Hallo Gemeinde,

Sorry mit dem Bild, hab ich sofort geÀndert. :oops:
Mit freundlichen ModellbahnergrĂŒĂŸen
Thomas

Mein Bad Meandertal

Der Horizont mancher Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null. Das nennen Sie dann Ihren Standpunkt.
(Albert Einstein)
Benutzeravatar
AarKarl_VT96
Lehrling
 
BeitrÀge: 57
Registriert: Samstag, 28. Dezember 2013, 20:01:56
Wohnort: Rhein-Lahn-Kreis nÀhe Limburg

Re: Schotterbettschneider fĂŒr H0

Beitragvon burgkim » Montag, 30. Dezember 2013, 21:54:58

Danke, Thomas,

so ist es richtig! Endlich kann ich alles ĂŒbersehen und begreifen, was Du meinst!
... liebe GrĂŒĂŸe von der Alb

Thomas
Benutzeravatar
burgkim
Schaffner
 
BeitrÀge: 294
Registriert: Mittwoch, 09. Oktober 2013, 21:27:11
Wohnort: Gerstetten

Re: Schotterbettschneider fĂŒr H0

Beitragvon oligluck » Montag, 30. Dezember 2013, 23:24:43

Moin Thomas und alle,

ich habe diesen Thread (und den Schotterschneider) gesehen und dachte sofort, das ist ja mal eine gute Idee :smile:

Aus eigener Erfahrung mit Korkbettung aus eigener Kellerei habe ich aber ein paar kleine EinwĂ€nde, die mir hoffentlich nicht ĂŒbel genommen werden...
Aber der Reihe nach:

Kork dient, wie auch andere DÀmmstoffe, der GerÀuschreduzierung bei der Modellbahn. Verbreitet sind auch die Verwendung von aufgeschÀumtem Material, das unter Laminat oder Fertigparkett verwendet wird (Selitec) oder Antidröhnmaterial aus dem Automobilbau (Resorb).
Einen signifikanten Vorteil bei der Verwendung von Kork sehe ich nicht, außer, dass er gĂŒnstig als Rollenmaterial verfĂŒgbar ist. Er hat einen leichten ökologischen Touch, das war's dann aber auch schon.

Alle genannten Materialien lassen sich problemlos mit dem Cutter in (mehr oder weniger) parallele Streifen schneiden.
Eine Schmiege fĂŒr den Böschungswinkel ist dabei unerheblich, der Schotter rieselt ohnehin entsprechend. Selbst- oder vorgefertigte Bettungsstreifen mit Böschung dienen höchstens der eigenen Bequemlichkeit. Die Ersparnis an Schotter ist zu vernachlĂ€ssigen, außer vielleicht, man benutzt extrem teuren Schotter mit irgendeinem Markennamen drauf.
(viele gibt's ja leider nicht mehr, von meinem Lieblingsschotter habe ich nur fĂŒr den Eigenbedarf bestellt :oops: )

Das Gleis und der Schotter darf keinerlei Verbindung zum Untergrund haben: NĂ€gel und Schrauben sind tabu, Tackerklammern (wie oben im Foto zu sehen) ebenso.
Idealerweise wird nur bis kurz obrhalb der Anlage ("Platte") geschottert, der verbleibende Abstand dient der Entkoppelung und wird irgendwie versteckt, mit Begrasung oder so.
Dass dazu nur flexibler Kleber benutzt werden sollte, dĂŒrfte klar sein.
Gewöhnlicher Holzleim ist leider keine Empfehlung, da er, wenn abgebunden, leider glashart ist.

Hiermit haben wir die erste HÀlfte geschafft, den Körperschall.

Spielt einer von euch Gitarre?
Warum macht es so schöne, melodische GerĂ€usche, wenn oben jemand kurz ĂŒber eine Saite zupft?
Ähnlich ist es bei unserer Modellbahn: der gesamte Unterbau ist wie der Resonanzraum der genannten Gitarre.
Um diesen zu verringern, ist es sinnvoll, irgendwelche Abschnitte von DĂ€mmmaterial (Kork, Resorb, Selitec...) unter die Anlage zu kleben.
Das Ganze möglichst chaotisch, um Schwingungen zu vermeiden. So etwas tut fast niemand, es sieht ja auch ein wenig planlos aus...
Faktisch wÀre jedoch ebendieses Vorgehen das wirksamste!
Und, um es noch ein bisschen böser auszudrĂŒcken:
wer sich darĂŒber keine Gedanken macht, soll bitte ĂŒber die GerĂ€uschentwicklung auf seiner Moba nie wieder meckern :-|
Nun ist die Frage, inwiefern wir das Ganze brauchen?
Wenn MetallrĂ€der ĂŒber Metallgleise laufen, ergibt sich zwangslĂ€ufig eine GerĂ€uschkulisse (die Getriebe der Fahrzeuge tun ihr Übriges).
Manch' einer empfindet das Da-Damm-Da-Damm bei der Überfahrt von Trennstellen als beruhigend, ich gehöre dazu.
Dies sind gewĂŒnschte GerĂ€usche.
Das Dröhnen von Oberwellen bei Modulen (oder Àhnlich aufgebauten Anlageteilen) gehört jedoch nicht dazu.


Ich bitte um Verzeihung fĂŒr diesen Exkurs, vielleicht gehört er ja auch nicht hierher?
Da ich jedoch grundsĂ€tzlich fĂŒr eine GerĂ€uschdĂ€mmung bin, konnte ich die Finger nicht ruhig halten :cool:
Manches davon mag der Eine als Binsenweisheit abtun, der andere wiederum könnte sich ĂŒber eine zusammenfassende Beschreibung freuen.

Viele GrĂŒĂŸe,
Oliver
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Ist diese Signatur fĂŒr dich hilfreich?
1. ja
2. nein
3. habe ich noch gar nicht bemerkt
Benutzeravatar
oligluck
Administrator
 
BeitrÀge: 703
Registriert: Mittwoch, 09. Oktober 2013, 21:52:15

Re: Schotterbettschneider fĂŒr H0

Beitragvon AltmĂ€rkischer » Dienstag, 31. Dezember 2013, 01:13:19

.....................
Zuletzt geÀndert von AltmÀrkischer am Mittwoch, 01. Januar 2014, 05:25:13, insgesamt 1-mal geÀndert.
AltmÀrkischer
 

NĂ€chste

ZurĂŒck zu Werkzeuge