L├Ąnderbahn

L├Ąnderbahnen - Imperial Railways von 1835 bis 1928

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Re: L├Ąnderbahn

Beitragvon oligluck » Mittwoch, 17. Februar 2016, 04:21:09

Moin Frank,
dein Gleisplan sieht erstmal gut aus.
W├Ąren da nicht...

So, wie es aussieht, hast du die l├╝tten Tillig-Weichen verplant, die Ew2. Die w├Ąren vermeidbar.
Lasse mich ausholen: die kleinste Weiche, die real verbaut wurde, ist die Ew 190 1:9, deren Pendant die Ew6 von Tillig ist. So viel Platz, um nur diese einzusetzen, hat vermutlich kaum jemand von uns.
(und dass in Industriebereichen auch mal was noch Kleineres verbaut wurde, sei dahin gestellt. Ein Gurgel nach "Deutschlandkurve" ergibt geile Impressionen f├╝r Selbstbau)

Herr (oder Frau?) Tillig hat es sich dann sch├Ân gerechnet und die L├Ąnge gestaucht, woran ja erstmal nichts auszusetzen ist. Pl├Âtzlich wurde dann die Weiche Ew1 zur 190 :hppy2:
Ab dem Moment war jeder zufrieden, wir benutzen einen Radius von 866mm, durch den jedes H0-Fahrzeug kommen sollte, und das Ergebnis sieht auch einigerma├čen aus.

Dann kamen die Spielbahner, also die wirklich Schlimmen:
die wollten was, das auch in ├╝bliche H├╝tten passte, ohne dass man erst anbaut. Die Ew2 war geboren, dazu die passende DKW und EKW.
484mm Radius? Das ist vielleicht ein Knick, aber ganz bestimmt kein Bogen, der f├╝r H0 taugt, wenn man es ernst meint.

Und eben diese hast du verplant, vermutlich unbedarft.
Tue dir diesen Schxxxx nicht an!
Bei deinem verf├╝gbaren Platz k├Ânnen die Ew2 und DKW1 rausfliegen, ersetze sie durch Ew1 und DKW2, das geht!
Vielleicht w├Ąre sogar die Ew3 als kleinste Weiche m├Âglich, schaue mal.

Und die Weiche in der Mitte sollte eine ABW werden, das sieht jedenfalls von oben gef├Ąlliger aus.
Auch wenn man real selten von oben drauf guckt...(weswegen ich zweidimensionalen Gleisplanskizzen skeptisch gegen├╝ber stehe)

Ich habe als kleinsten Radius 700mm, als Zugest├Ąndnis an den verf├╝gbaren Platz: "gut aussehen" ist jedoch was anderes :rollEyes:


Viele Gr├╝├če,
Oliver
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Re: L├Ąnderbahn

Beitragvon Grossbahn » Mittwoch, 17. Februar 2016, 14:36:47

Hallo Oliver,

Modellbahn ist und bleibt eine Aneinanderreihung von Kompromissen.

Ich habe mal einem sog. - (Achtung, jetzt kommt ein b├Âses Schimpfwort) "Nietenz├Ąhler" vorgeworfen, dass er als "Pedant" nicht konsequent sei, als er sich aufregte, dass ein Bauteil an seinem in Gro├čserie hergestellten Spur Null Modell um ca. 1 mm vom Vorbild abwich, da er diese riesige, klobige, Kupplung da vorne dran hatte.
Das konnte er wieder nicht verstehen, da er die Kupplungen ├╝berhaupt nicht in seinem "Vorbildradar" hatte. Ich fand n├Ąmlich, wenn man sich wegen 1mm Abweichung aufregt, dann h├Ątte man schon l├Ąngst die Automatische Spielkupplung gegen eine vorbildgerechte Hakenkupplung auswechseln m├╝ssen. Au├čerdem treibt er seine, zum gro├čen Teil aus Kunststoffen gebaute Dampflok mit einem E-Motor an. :rollEyes:

Was ich damit sagen will - jeder setzt seine Grenze, wo bei ihm was geht oder nicht mehr geht, wo anders. So lange ich auf Kunststoffschwellen fahre, sollte man auch mit verkleinerten Dimensionen von Gleiselementen leben k├Ânnen.

Wenn ich eine Paradestrecke bauen w├╝rde, auf der eine S10 oder P10 mit vier-achsigen Schnellzugwagen fahren sollen, da w├╝rde ich ausschlie├člich mit der W5 oder W6 von Tillig planen. Hier auf dieser Planung wird die T16 von der Baul├Ąnge die gr├Â├čte Lok sein und Wagen mit mehr als zwei Achsen werden eine Ausnahme sein.

An der Fl├Ąche kann ich nichts mehr vergr├Â├čern, l├Ąngere Weichen hei├čt Gleisverk├╝rzung, ich wollte eine Gleismindestl├Ąnge von 70 cm behalten und die Betriebsstellen so weit wie m├Âglich auseinander lassen.

Ich habe ja zum Gl├╝ck etwas Literatur aus der L├Ąnderbahnzeit, in dem einem Buch aus dem Jahre 1909 sind noch gedrungenere Gleisanlagen zu sehen - o.k. dort wo die Ladestelle nachher rechtwinklig zum Hauptgleis liegt hat man eine Wagendrehscheibe eingesetzt - aber diese kurzen gro├č-winkligen Weichen sind in dieser Epochen- und Betriebssituation gar nicht so unglaubw├╝rdig.

Wie gesagt - es ist ein Industriegebiet.

F├╝r die Epoche 1 muss man wirklich die gewohnte Epoche 3 und 4 - Denke abschalten.

Die Weiche in der Mitte, wo es zum Bahnhof 2 geht, da hast Du recht - da versuche ich noch mal, vielleicht mit einer anderen Weiche, eine elegantere Gleisverbindung hinzubekommen.

Aber wenn ich nicht bereit w├Ąre Kompromisse einzugehen, dann k├Ânnte ich auf dieser kleinen Fl├Ąche max. ein Bahnhof mit in der L├Ąnge zwei Weichen hinbekommen, ein St├╝ck Gleis mit nem Prellbock - und das wars. Das w├Ąr zwar vorbildgerecht aber mir zu wenig - ich will haupts├Ąchlich meine Fahrzeuge bewegen. ich bin da vielleicht mehr ein Fahr-Logistiker, dem ein sinnvoller Betriebsablauf wichtiger ist als ein vorbildgerechtes, per Hand aufgenageltes Kleineisen.
ich versuche irgendwo ein Kompromiss zu finden - zwischen einer Spielbahn und einer dem Vorbild sklavisch nachgestalteten Modellbahn.
Gru├č von der Ostseek├╝ste

Frank

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Re: L├Ąnderbahn

Beitragvon Atlanta » Mittwoch, 17. Februar 2016, 17:58:10

Moin Frank,

wenn ich mir die Bahnh├Âfe hier in der Umgebung, in ihrer Urspungsform so anschaue, da mu├č ich aber feststellen, da├č die Preu├čen mit Platz nicht "rumgeizten" und da├č auch III. Klasse Stationen ├╝ber eine recht gro├čz├╝gige Gleislage verf├╝gten. Selbst das kleine BW, was es fr├╝her mal gab und diverse private Anschlie├čer in Bahnhofsn├Ąhe hatten sehr gr├Â├čz├╝gig gestaltete Gleisanlagen.

Der direkte Bereich der Bahnstation verf├╝gte f├╝her ├╝ber 7 Gleise und as Ladestra├čengleis war gut 600 m lang. Ob vier Sch├╝ttbahnsteige f├╝r ein ca. 800 Einwohnerdorf im Jahr 1864 angemessen war, sei mal dahingestellt, die Gleisl├Ąngen betrugen im Schnitt zwischen 600 m und 800 m, die Gleise 1 bis 3 sind sogar 1200 m lang.
Gut es mu├č erw├Ąhnt werden, es handelt sich um einen schematisierten Standardbahnhof mit Einheitsbahnhofsgeb├Ąude an einer zweigleisigen Hauptstrecke.

Die Bahnstrecke L├╝beck Hbf <--> Hamburg - Besenbinder Bahnhof (heutiges Gewerkschaftsgeb├Ąude des DGB und der VerDi) ist 65 km lang.
Reinfeld/Holtein war ein IV Klasse Bahnhof ohne BW.
Bad Oldesloe war Knotenpunkt der Bahnstrecken Oldesloe <--> Berlin und Oldesloe <--> Neum├╝nster <--> Kiel und Oldesloe Henstedt - Ulzburg (Alte EBO Srecke), ein mittelgro├čes BW mit 7 Lokst├Ąnden und eine Bahnmeisterei und Hilfzug Kranwagen und mit Arztwagen war damals an dieser I. Klasse Station vorhanden.
Hp Kupferm├╝hle liegt etwa auf halber Entfernenung zwischen Hamburg und L├╝beck.
Bargteheide war eine III. Klasse Station mit langem, doppelgleisigem Parallelgleisschuppen und 16 m Drehscheibe, vier Tenderloks waren dort beheimatet. Ebenso eine Draisine und
ein Kranwagen und Schneepflug.

Ahrensburg war eine II. Klasse Station und verf├╝gte ├╝ber mehr als 10 Gleise und einen vierst├Ąndigen Rechtecklokschuppen und eine Drehscheibe 8 bis 10 Loks waren dort beheimatet.

Rahlstedt war eine IV Klasse Station ohne BW.

HP Wandsbek Ost (Rahlstedt - Tonndorf) war zwar ein Vorort von Rahlstedt geh├Ârte aber zum Bahnhof Wandsbek.

Wandsbek war eine II. Klasse Station, allerdings ohne BW aber hatte einen abseitgelegenen gro├čen G├╝terbahnhof.

Hp Hasselbrook diente zum ├ťbergang zur Hamburger Stadtbahn, die ab 1905 mit 6300 V AC Einphasenwechselstrom mit Oberleitung elektrifiziert wurde.
HP Berliner Tor wurde im Zuge des Baus der S-Bahn geschlossen.

Endstation Hamburg Hbf erst ab 1907, bis dahin wurde Schnellz├╝ge mit Fahnentr├Ąger via Stra├čenbahngleise zu den anderen Stadtbahnh├Âfen im Schrittempo ├╝berf├╝hrt.

Als die Bahnstrecke 1865 er├Âffnet wurde, hielten sie viele Leute f├╝r ├╝berdimensioniert, doch in weiser Voraussicht wurde damals gro├čz├╝gig gebaut, damit der stetig ansteigende Verkehr in der Fracht- und Personenbef├Ârderung bew├Ąltigt werden konnte.

Es gab auch beschauliche preu├čische Bahnstationen, z. B. Alt Schwerin, oder Krakow am See, aber auch da war mit Platz nicht "gegeizt" worden.

Man mu├č bedenken, da├č im damaligen Betriebsablauf, Leerwaggons zur jeweiligen Bahnstation zur├╝ckverbracht werden mu├čten, wo sie beheimatet waren, R├╝ckfrachten waren damals eher un├╝blich und ├Ąu├čerst selten. Ein gutes Drittel oder Viertel eines G├╝terzuges bestand im wesentlichen aus leeren Waggons (Waggongestellung und R├╝ckf├╝hrung).
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Re: L├Ąnderbahn

Beitragvon Grossbahn » Mittwoch, 17. Februar 2016, 18:54:50

:rollEyes: ... was aber, wenn ich mit dem Platz geizen muss?

Oh - es gab zu der Zeit sehr viele winzige Bahnanlagen - Du hast da nun wieder die gro├čz├╝gig angelegten rausgesucht - da kann ich aber nicht mal dran denken die nur ansatzweise nachbilden zu wollen.

Zum Beispiel der Bahnhof Oberstdorf im Jahr 1905 war mit BW nur etwa 250 m lang, da dort nur kleine, kurze Z├╝ge fuhren, so wie ich sie auch rollen lassen will. Gleisplan Oberstdorf 1905

Ich hab Gleispl├Ąne von Bahnh├Âfen gesehen, da war der Bahnsteig wirklich nur so lang wie 2 zweichsige Personenwagen, die dort mit einem GmP ankamen.

Wenn man sich am Vorbild orientieren will, da kann man das am gro├čen, gewaltigen und gigantischen - oder so wie ich das machen will, am kleinen, winzigen und bescheidenen Vorbild tun. :zwnk:

Ich hab nun mal nicht mehr Platz - deswegen denke ich ja gar nicht an Hauptbahn und zweigleisig und Kilometer lange Bahnsteige usw. - ich kann nur klein - kleiner am kleinsten denken. :zwnk:

Wie ich schon sagte - in der Epoche 1 muss man in der Modellbahndenke ein paar Dimensionen zur├╝ckschalten.
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Re: L├Ąnderbahn

Beitragvon oligluck » Mittwoch, 17. Februar 2016, 19:22:13

Hmm,
was du irgendeinem Nietenz├Ąhler vorwirfst, mag ja als netter "Schwank aus deinem Leben" gelten, interessiert hier aber nicht n├Ąher.
Ich sehe mich nicht als Solchen und kann mit Kompromissen sehr gut leben.
Mit denen, die andere eingehen m├╝ssen, umso mehr :mrgreen:
Wenn du mein n├Ąchtliches Geschreibsel sinnerfassend gelesen hast, dann sollte auch dir bewusst werden, dass ich eine "Verk├╝rzung in Ma├čen" aus der Notwendigkeit heraus akzeptabel finde.

Wenn du meinst, dass es nur mit Industrieradien oder Kindergleisen geht, tja, dann wird es wohl so sein und ich muss mich wohl bei meiner Einsch├Ątzung "da geht mehr" geirrt haben.
Da kann ich mit um, auch wenn dadurch einmal mehr eine ansich gute Idee auf Kinderzimmerniveau reduziert und dadurch karikiert wird.

Aber ├╝ber die Loks aus Kunststoff m├╝ssen wir nochmal reden: das war doch jetzt hoffentlich als Scherz gemeint? :frAge: :wAll1: :fig56: :mx10: :RRSmiley:
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Re: L├Ąnderbahn

Beitragvon Grossbahn » Mittwoch, 17. Februar 2016, 21:12:16

oligluck hat geschrieben:Aber ├╝ber die Loks aus Kunststoff m├╝ssen wir nochmal reden: das war doch jetzt hoffentlich als Scherz gemeint? :frAge: :wAll1: :fig56: :mx10: :RRSmiley:


Wieso? ich hab schon H0 Loks gesehen, die fuhren richtig mit Dampf - das waren richtige (Messing-)Uhrmachermeisterwerke. Wenn dann der Erbauer solch einer Lok sich ├╝ber diesen besagten 1 mm br├╝skiert h├Ątte, dann h├Ątte ich gesagt - O.K. ist in Ordnung, das ist nur konsequent.

Den Rest kommentiere ich jetzt nicht, da w├╝rden wir uns im Nirwana der Meinungen und unterschiedlichen Ansichten verlieren.
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Re: L├Ąnderbahn

Beitragvon Grossbahn » Donnerstag, 18. Februar 2016, 20:03:50

... ich hab mal wieder etwas mit den "Kindergleisen" get├╝ftelt. Wenn ich mehr Platz h├Ątte, w├╝rde ich ja die "Erwachsenengleise" nehmen :mx10:
- was solls, ich muss mich nun mal mit diesen Bonsaiverh├Ąltnissen arrangieren und das beste daraus machen.

Hier eine klassische Bahnhofssituation mit G├╝terschuppen direkt am Empfangsgeb├Ąude.
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Re: L├Ąnderbahn

Beitragvon Atlanta » Freitag, 19. Februar 2016, 01:47:59

Moin Frank,

du wolltest doch r├Â├čere Dampfloks der Hauptbahn im Kohlehafen zum Kohlebunkern schicken, warum machst du das nicht auch mit deiner Nebenbahnlok? Dann br├Ąuchtest du keinen Kohlebansen neben dem Lokschuppen. :mx13:

Vertausche das EG mit dem GS, das macht mehr Sinn.

Ein am Hausbahnsteig eingefahrener Zug koppelt die Lok ab, weche dann vor das EG zieht, um dann den Umlauf zu machen, w├╝rde dort ein G├╝terwagen stehen, ginge der Umlauf nicht mehr.

Wenn du aber GS und EG so beibehalten willst, dann kehre den Gleiswechsel vom Bahnsteiggleis in Richtung LS um, so l├Ą├čt sich auch dann ein Lokumlauf machen, wenn am GS ein Waggon steht. Die eingefahrene Lok kann auch zum Abkoppeln bis auf die bereits gestellte Weiche vorziehen. Die Loks k├Ânnten an der R├╝ckseite der Kohlehafenbansen von den L├Ądekr├Ąnen mit Kohle versorgt werden. Dort am Umfahrgleis k├Ânnte auch wasser genommen werden. Was immer mal gerne vernachl├Ąssigt wird, ist ein Sandhaus mit Sandturm.
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Re: L├Ąnderbahn

Beitragvon Grossbahn » Freitag, 19. Februar 2016, 11:36:53

Moin Ingo,

diese Gleisverbindung ist absichtlich so gesetzt. Denn w├Ąhrend am Bahnsteig ein Zug steht, soll der G├╝terschuppen bedient werden k├Ânnen. Warum soll die Lok abkuppeln und sich vor das EG stellen? Wenn sie abkuppelt, dann setzt sie um oder f├Ąhrt zum bekohlen und Wasser nehmen, ansonsten bleibt der P-Zug vor der Weiche.
Ladestra├če und G├╝terschuppen waren meist von einander getrennt, da man nicht erst die Ladestra├če leer ziehen wollte um an den G├╝terschuppen zu kommen.
Man stelle sich die Erntezeit vor, in der die Ladestra├če voll mit Wagen, die mit der Ernte beladen werden, steht. Und die m├╝ssen dann alle das beladen unterbrechen, weil aus einem G-Wagen 20 Kisten St├╝ckgut entladen werden sollen. :zwnk:

Ich habe ein bisschen recherchiert, diese Anordnung war hier im preu├čischem und mecklenburgischem Bahngebiet durchaus ├╝blich.

Eine Besandungsanlage ist auch angedacht, wahrscheinlich am Gleis links unten.

Am Lokschuppen wird es eine Behandlungsanlage f├╝r die kleinen Tenderloks geben, denn die k├Ânnen mit den gr├Â├čeren Bekolungsanlagen nur schwer arbeiten, da sie oft nur sehr kleine Kohlenk├Ąsten haben, die per B├╝hne und Kohlekorb mit der Hand gef├╝llt werden.
Da kommt dann das hier hin:
https://spurnull.files.wordpress.com/20 ... 3bchne.jpg

Am Hafenpier werden dann die Schlepptenderloks bef├╝llt, die als G├Ąste hier in diesem Industriegebiet auftauchen, das soll ├╝ber eine Hochbunkeranlage mit Sch├╝ttrutsche geschehen, da k├Ânnen dann auch Kohlewagen mit bef├╝llt werden. Diese Bauform habe ich angedacht, allerdings in Stahlbauweise, dieser Holzbunker ist eher US-Bauweise.
https://spurnull.files.wordpress.com/20 ... nker-1.jpg[/img][img]https://spurnull.files.wordpress.com/2016/02/kohlebunker-2.jpg
Aber solche Kohlebunker waren damals ├╝blich, da man sich gerne der Schwerkraft bediente denn kleine Einzelkrananlagen (elektrisch oder mit Muskelkraft angetrieben) kamen zu dieser Zeit erst langsam auf. Erst in der Reichsbahnzeit setzten sich die bekannten Kohlebansen mit kleinem Kran und Hunte durch.

Zum entleeren der Binnenschiffe und Wagen wird dann ein Dampf- oder elektrisch angetriebener Kran eingesetzt.
Dieser Kran f├╝llt dann auch den o.g. Sch├╝ttbunker.
https://spurnull.files.wordpress.com/20 ... reifer.jpg
Diese Bauform, sogar schon elektrisch angetrieben, ist im Jahre 1910 durchaus ├╝blich. Ich wei├č, dass im Hamburger Hafen die Krananlagen 1905 zum Teil schon elektrisch umger├╝stet waren. Ansonsten kann man den Kran auch als Dampfkran darstellen.
Zuletzt ge├Ąndert von Grossbahn am Sonntag, 28. Februar 2016, 11:20:05, insgesamt 1-mal ge├Ąndert.
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Re: L├Ąnderbahn

Beitragvon Atlanta » Freitag, 19. Februar 2016, 17:10:40

Moin Frank,

Bunkert├╝rme waren zwar in den USA weit verbreitet, in Deutschland gab es sie aber auch.
Das BW K├Âln hatte einen zentralen Bunkerturm mit etlichen 100 t Fassungsverm├Âgen zum gleichzeitigen Bekohlen von 4 Lokomotiven.

├ťberall wo Sch├╝ttg├╝ter auf die Bahn oder auf Fuhrwerke verladen werden sollten, gab es teilweise auch Abwandlungen von Hochbunkern, z.B. bei Schotterwerken, Kohle- oder Erzminen, Sandgruben (wobei der Sand nur rieself├Ąhig ist wenn er trocken ist) und bei Getreideverladeeinrichtungen (Getreidehebern, wo nach dem Eimerkettensystem das Getreide in die Silos bef├Ârdert wurde). F├Ârderaufz├╝ge jeglicher Art waren in Deutschland gar nicht so selten anzutreffen.

F├Ârderanlagen, die die Schwerkraft ausnutzten, waren um 1900 weit verbreitet. Zwei gegenl├Ąufige "F├Ârderk├Ârbe" wurden abw├Ąrts laufend mit Wasser bef├╝llt, so da├č der aufw├Ąrts laufende "F├Ârdekorb" oder Wagen mit Hilfe eines Seilzuges und der Schwerkarft in Gang gesetzt wurde. Unten wurde der Wassertank entleert und der "F├Ârderkorb" oder Wagen bef├╝llt. Lediglich eine Pumpenanlage mit geringer Leistung ist notwendig, solche "F├Âreranagen" wirtschaftlich zu betreiben, falls das Wasser von unten nach oben gepumpt werden mu├čte. Einsatzgebiete socher F├Ârderanlagen waren Schr├Ągaufz├╝ge oder Standseilbanen, auch mit Personenbef├Ârderung. Die Nerobergbahn in Wiesbaden feierte vor ein paar Jahren ihr 125 j├Ąhriges Jubil├Ąum.
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