Gleissysteme

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Unterforum: Gleisbau

Gleissysteme

Beitragvon Atlanta » Dienstag, 03. MĂ€rz 2015, 20:09:03

Liebe Forenkollegen,

es gibt verschiedene Gleissysteme die im Modellbahnbereich Anwendung finden.
Hierbei unterscheidet man zwischen 2 Leiter und Mittelleitergleisen.

FĂŒr die BaugrĂ¶ĂŸe H0 im Maßstab 1:87 gibt es zudem auch noch zwei verschiedene Stromsysteme, nĂ€mlich AC = Wechselstrom Mittelleitergleise und DC = Gleichstrom Zweileitergleise.

Im AC = Wechselstrom Mitelleiter Gleissystem gibt es:
M-Gleise - Gleise mit Schotterbettimmitation aus Metall
K-Gleise - Bettungslose Gleise mit Kunststoffschwellen
C-Gleise - Betungsgleise mit flexibler Schoterbettimmitation aus Kunststoff

Im DC = Gleichstrom Zweileiter Gleissystem gibt es bedeutend mehr Unterschiede und Feinheiten. Die Code Zahlen beziehen auf die Schienenprofilhöhe der Fahrschienen im % VerhĂ€ltnis zur GrundgrĂ¶ĂŸe von 2,54 mm Schienenprofilhöhe. Code 100 = 100 % von 2,54 mm Profilhöhe

Man unterscheidet auch zwischen Bettungsgleisen wie Fleischmann (GFN) Profigleise, Trix C-Gleise, Rocoline mit Bettung, Roco geo-Line, Kato Unitrack und andere, sowie Bettungslosen Gleisen zum selber einschottern.

Diese Profilhöhen eignen sich fĂŒr Fahrzeuge mit NEM RadsĂ€tzen

Code 100 = 2,5 mm
Code 83 = 2,1 mm
Code 80 = 2 mm
Code 75 = 1,9 mm

Ab hier können NEM RadsĂ€tze nicht mehr eingesetzt werden, die RadsĂ€tze mĂŒssen der NMRA entsprechen, sonst entsteht ein "ratterndes" wenn die SpurkrĂ€nze der RadsĂ€tze auf den Kleineisenimmitationen auflaufen.

Code 70 = 1,8 mm
Code 60 = 1,5 mm
Code 55 = 1,4 mm
Code 40 = 1 mm

wird fortgesetzt.
Schönen Gruß,
Ingo
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Re: Gleissysteme

Beitragvon NobbyNico » Dienstag, 03. MĂ€rz 2015, 23:56:55

Atlanta hat geschrieben:Man unterscheidet auch zwischen Bettungsgleisen wie Piko A-Gleise,
Fleischmann (GFN) Profigleisen, Trix C-Gleise, Rocoline mit Bettung, Roco geo-Line, Kato Unitrack und andere, sowie Bettungslosen Gleisen zum selber einschottern.

Piko A-Gleise sind ohne Bettung.

Und danke fĂŒr die informative Übersicht!

Gruß
Nico
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Re: Gleissysteme

Beitragvon Atlanta » Mittwoch, 04. MĂ€rz 2015, 09:02:21

Hallo Nico,

auch mir unterlaufen manchmal Fehler, Danke fĂŒr den Hinweis, ich habe es bereits berichtigt und Piko A-Gleise von der Auflistung der Bettungsgleise entfernt.

------------

Nun weiter mit den Unterschieden der einzelnen Gleissysteme:

Bettungsgleise Code 100 = 2,5 mm:
Fleischmann (GFN) Profigleis
Atlas (USA) selbes Bettungssystem wie Roco


Gleise ohne Bettung in Code 100 = 2,5 mm:
Piko A-Gleise (schmaler Schienenfuß)
Roco (altes Modellgleis, nicht mehr im Handel)
Fleischmann (GFN) Modellgleis (Messing, nicht mehr im Handel)
Trix International
Trix Expreß (Mittelleiter DC Gleis mit mittiger Stromschiene)
Peco Set-Track
Atlas (wie Rocoline 2,5 mm)
Bachmann
Lima
RivaRossi
Hornby
MĂ€rklin K-Gleis

Bettungsgleise Code 83 = 2,1 mm:
Rocoline mit angeklippster Gummibettung (nicht mehr im Handel - neu angekĂŒndigt fĂŒr KW42/2017)
Roco Geoline
Atlas (USA)
Trix C-Gleis
MĂ€rklin C-Gleis
Bettungslose Gleise Code 83 = 2,1 mm
Rocoline
Atlas
Walthers (schmaler Schienenfuß)
Tillig Elite
Kato
Peco
Shinohara
Micro Engineering
Tillig H0/H0e
Tillig H0/H0m
Tillig H0e
Tillig H0m

Gleise Ohne Bettung in Code 80 = 2 mm:
Peco (00-9) H0e Schmalspurgleis


Gleise ohne Bettung in Code 75 = 1,9 mm:
Peco
Weinert's "Mein Gleis", verwendet Peco Gleisprofil


Gleise ohne Bettung in Code 70 = 1,8 mm
Walthers
Shinohara
Micro Engineering


Gleise ohne Bettung in niedrigeren Codezahlen:
Micro Engineering


BezĂŒglich der verwendeten Vorbilder gibt es vier Gruppen von Gleisarten welche sich in der Beschaffenheit der Schwellen, des Schwellenabstandes und Bauweise von Weichen und Kreuzungen unterscheiden.

USA nach NMRA:
Atlas
Peco Code 83
Walthers
Shinohara
Micro Engineering


Japan nach NMRA:
Kato
Shinohara


Festland Europa nach NEM:
Piko
Fleischmann (GFN)
Roco
Tillig
Trix
Lima
RivaRossi
Weinert's "Mein Gleis" Code 75


Großbritannien nach NEM:
Peco Code 100
Peco Code 75
Hornby

Kombinieren kann man auch Gleise unterschiedlicher Hersteller mit unterschiedichen Profilhöhen, hierzu gibt es Übergangsschienenverbinder, derzeit nur von drei Firmen:

Piko Code 100 = 2,5 mm auf Code 83 = 2,1 mm - Höhenausgleich 0,4 mm

Anmerkung zu Piko: Piko verwendet einen schmĂ€leren Schienenfuß Ă€hnlich wie Walthers / Shinohara, Schienenverbinder anderer Hersteller sind fĂŒr breitere SchienenfĂŒĂŸe ausgelegt.

Roco Code 100 = 2,5 mm auf Code 83 = 2,1 mm - Höhenausgleich 0,4 mm
Peco Code 100 = 2,5 mm auf Code 75 = 1,9 mm - Höhenausgleich 0,6 mm

Möchte man von Code 83 = 2,1 mm auf Code 75 = 1,9 mm ausgleichen, also ein Höhenausgleich von 0,2 mm empfielt es sich die Geise an der Übergangstelle etwas zu unterfĂŒttern oder die Übergangsverbinder von Roco zu verwenden und die etwas zu bearbeiten, dabei die Schienen beidseitig einschieben und versuchen den Übergangsverbinder entsprechend zu bearbeiten und etwas zu verbiegen bis der Übergang paßt (alte SchienenstĂŒcke dazu verwenden).

Profis verwenden nicht immer Schienenverbinder, sondern lassen diese auch manchmal weg, was bei geraden Strecken oder grĂ¶ĂŸeren Bögen keine Schwierigkeiten bereitet.
Die Versorgung der Fahrschienen erfolgt dann durch angelötete StromzufĂŒhrungen aus der Ringleitung unterhalb der Anlagenplatte.

Zum Isolieren von Gleisabschnitten kann man entweder Isolierverbinder aus Kunststoff verwenden oder aber eine einfache LĂŒcke im Gleis setzen (mit dem Dremel).


BezĂŒglich von Sonderbauformen von Gleisen dazu gehören Weichen und Kreuzungen, hierbei wird meistens eine Gradzahl angegeben, diese bezieht sich bei Weichen und Kreuzungen auf den HerzstĂŒckwinkel des abzweigenden bzw. kreuzenden Gleises.

Je niedriger der HerzstĂŒckwinkel, desto vorbildorientierter und "schlanker" sind Weichen und/oder Kreuzungen.

GĂ€ngige HerzstĂŒckwinkel sind 15° wie von den meisten Herstellern verwendet werden, Roco Geoline verwendet WeichenherzstĂŒckwinkel von 22,5 °, die Firmen MĂ€rklin und Trix mit den C-Gleisen sogar 24,3° HerzstĂŒckwinkel.

HerzstĂŒckwinkel oberhalb von 20° sind eher Straßenbahnen oder fĂŒr Feldbahnen im Schmalspursektor geeignet, werden aber selbst von den Schmalspurbahnern möglichst gemieden.

Peco und Weinert's "Mein Gleis" verwenden ĂŒberwiegend 12° Abzweigwinkel, des abzweigenden Gleises, der HerzstĂŒckwinkel kann steiler ausfallen, je nach LĂ€nge der Weichen oder Kreuzungen.

Schlankere weichen gibt es derzeit nur von den ganzen US Herhstellern sowie von Peco in Code 83 nach US Vorbild.
Auf dem deutschen Sektor ist Tillig mit seinem Elite Gleis bemĂŒht HerzstĂŒckwinkel niedriger als 10° anzubieten, ebenso Weinerts "Mein Gleis".

Rocoline 2,1 mm bietet derzeit noch Weichen und Kreuzungen mit 10° (9,3°) HerzstĂŒckwinkel an, welche als noch Schnellfahrweichen erhĂ€ltlich sind.

Kreuzungen gibt es fast jeder Bauart des kreuzenden Gleises:
7°
9°
10°
12°
15°
19°
22,5°
24°
25°
30°
45°
Streckengleiskreuzungen mit den nachfolgenden Winkeln sind eher in den USA oder bei Straßenbahnen populĂ€r.
60°
90°


Sonderbauformen von Weichen sind:

Bogenweichen
Dreiwegweichen - asymmetrisch (Doppelweiche zweier kurz hintereinander liegenden normalen Weichen)
Dreiwegweichen - symmetrisch (Doppelweiche zweier nebeneinander liegenden normalen Weichen)
Außenbogenweichen = Y - Weichen
EKW = Einfache Kreuzungsweiche deutscher Bauart mit außenliegenden Zungen
EKW = Einfache Kreuzungsweiche englischer Bauart mit inneniegenden Zungen
DKW = Doppelte Kreuzungsweiche deutscher Bauert mit außenliegenden Zungen
DKW = Doppelte Kreuzungsweiche englischer Bauart mit innenliegenden Zungen

Schleppweichen gibt est in Deutschland nur an FĂ€hrbahnhöfen oder bei Schmalspurbahnen, Schleppweichen sind wegen ihrer mangelhaften Verschlußmöglichkeit nicht fĂŒr hohe Geschwindigkeiten geeignet und in Deutschland schon vor der Jahrhundertwende zu 1900 grĂ¶ĂŸtenteils bei der Regelspur verschwunden, in den USA gibt es sie aber noch vereinzelnt.

Schleppweichen
Y - Schleppweiche (Dreiwege Weiche ohne Mittelgleis)
Dreiwege Weiche (symetrisch) parallele, nebeneinander liegende, abzweigende Gleise
DKW = doppelte (einfache) Schleppweiche
6KW = sechsfache Kreuzungsweiche (doppelte Dreiwege Schleppweiche)

US Amerikanische Weichen werden ansatt des HerzstĂŒckwinkels in BaulĂ€ngengrĂ¶ĂŸen mit # gefolgt von einer Ziffer angegeben, dahinter verbergen sich diese Gradzahlen des WeichenherzstĂŒckes:


#4 = 15°
#5 = 12°
#6 = 9,5°
#8 = 7°
#10 = 5,5°

FĂŒr Y-Weichen gilt: halber Wert der #GrĂ¶ĂŸe, doppelte Gradzahl
#2 = 30°
#2,5 = 24°
#3 = 19°
#4 = 14°
#5 = 11°

Nach NMRA = National Model Railroad Assosiation sollen verwendet werden bei:
Hauptstrecken (Mainlines) #8 bis #10
Nebenstrecken (Branchlines) #6
Abstellgeise (Yard Lines) #5

Bei Shortlines gilt:
Hauptstrecken (Main) #6
Nebenstrecken (Branch) #5
Abstellgleise (Yard) #4

Edit 14.01.2017: Änderungen eingefĂŒgt
Edit 25.01.2017: Roco Line mit Bettung geÀndert
Schönen Gruß,
Ingo
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Re: Gleissysteme

Beitragvon NobbyNico » Mittwoch, 04. MĂ€rz 2015, 13:42:14

Sehr schönes Thema fĂŒr Neueinsteiger. :bigOK:
Genau das habe ich die letzten Wochen vergeblich gesucht.

Zwei Korrekturen habe ich noch.
Roco GeoLine ist Code 83 und nicht Code 100 sein. Darum rattern meine alten Fleischmann-Waggons auch so laut.
Piko bietet fĂŒr das A-Gleis auch Übergangschienenverbinder (2,5 mm auf 2,1 mm) an.

Und noch zwei ThemenwĂŒnsche:
- HerzstĂŒckpolarisierung (hoffe der Begriff sitmmt so).
Ein wichtiger Punkt, der schnell zu Ärger fĂŒhren kann, wenn man das "falsche" Gleis gewĂ€hlt hat und dann die ZĂŒge stehen bleiben.

- Unterschiedliche Radien der Systeme.
Musste im Gleisplaner erstaunt feststellen, dass R4 (Roco) nicht gleich R4 (Piko) ist.

Gruß
Nico
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Re: Gleissysteme

Beitragvon Raimund » Sonntag, 08. Januar 2017, 20:02:14

Hallo,

auch wenns schon ein bissel her ist, muss ich doch Reklamieren :mx10:

Das Trix C-Gleis ist Code 83, also mit 2,1 mm Schienenhöhe und nicht 2,5 mm. Das ist ja defacto das gleiche wie MÀrklin C-Gleis, was ich allerdings vermisst hab. Das hat auch 2,1mm (Code 83).
Das MĂ€rklin K-Gleis, Bettungslos, nicht bei, hat Code 100, 2,5mm.


WĂ€re auch gut, wenn man was zur Betriebssicherheit ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum schreiben könnte.
Liebe GrĂŒĂŸe aus der SĂŒdheide
Raimund

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Re: Gleissysteme

Beitragvon oligluck » Samstag, 14. Januar 2017, 09:25:59

Hallo Raimund,
danke fĂŒr den Hinweis, denn Kritik ist immer gut! :hpy:

Und dein Vorschlag, was ĂŒber Betriebssicherheit zu schreiben, ist gleich doppelt gut.
In Absprache mit Ingo kann ich gerne die StartbeitrĂ€ge wegen entdeckter Fehler Ă€ndern, dort auch ErgĂ€nzungen einfĂŒgen.

Was Betriebssicherheit betrifft, wĂ€re die Mitarbeit von Allen gefragt: ich kann nur ĂŒber das Gleis berichten, das ich selber verbaue.

Den Bogenweichen von Piko wird nachgesagt, dass sie gerne ZĂŒge entgleisen lassen. Das ist jedoch Hörensagen und deshalb erstmal nichts wert.
Ob die Ursache in nicht NEM-konformen RadsĂ€tzen liegt, an dem arg kleinen Übergangsradius oder am nebligen Wetter, vermag ich nicht zu beurteilen... :mrgreen:

Zu den Fleischmann "Profi"-Bogenweichen kann ich berichten, dass die Zungen gelegentlich nicht sauber anliegen, wenn die Weichen nicht zu 100% eben verlegt sind.

Bei Tillig "Elite" kenne ich mich ein wenig besser aus.
Einige Weichen aus der frĂŒheren Fertigung haben gelegentlich KurzschlĂŒsse verursacht, das wurde schon vor Jahren nachgebessert. Und auch die Artikelnummern geĂ€ndert.
Es betrifft also hauptsÀchlich SchnÀppchenkÀufe bei Ebay & Co, falls man an altes Mateial gerÀt. Hier ist es sinnvoll, dreifuffzig in einen Tillig-Katalog zu investieren, damit das nicht passiert.
Die neueren Weichen haben ĂŒberdies einige interessante ZurĂŒstteile, die die Mehrausgabe rechtfertigen.

Tillig-Elite-WeichenbausĂ€tze sind im Grunde simpel zu bauen; der neuralgische Punkt ist der Drahtstummel an den Zungenschienen, der in die Stellschwelle gehört: er ist schlicht zu schwach ausgefĂŒhrt, man hat nur einen Versuch, ihn zu biegen, danach neigt er dazu, abzubrechen.
Wenn man einen Bausatz ruiniert hat, ist man schlauer und mir ist das seitdem auch nicht mehr passiert.

Bevor jetzt hoffentlich ein paar BeitrÀge mit Meldungen kommen:
eine mögliche Fehlerquelle, die nicht im Gleismaterial zu suchen ist, sind, wie auch schon oben angesprochen, RadsĂ€tze mit nicht NEM-konformem Radsatzinnenmaß.
Die NEM sind zwar nicht bindend, obwohl der Nae das suggeriert ("Normen"), aber wenn sich ein Gleishersteller danach richtet und ein Fahrzeughersteller nicht, dann kann das natĂŒrlich zu Problemen fĂŒhren.
Falls also jemand hÀufige Entgleisungen einzelner Fahrzeuge hat, lohnt sich ein Blick in die NEM 310.

ZurĂŒck zu Bogenweichen, egal von welchem Hersteller:
sie werden hĂ€ufig dazu benutzt, Radius 1 mit Radius 2 (willkĂŒrliche, nicht herstellerbezogene Bezeichnungen) zu verbinden. Der Übergangsradius fĂ€llt damit zwangslĂ€ufig kleiner aus als der fiktive Radius 1.



Auch interessant, gerade bei Anlagen mit geringem Platz, ist hierfĂŒr auch wieder eine NEM, und zwar die NEM 111.
Sie gibt zulÀssige und empfohlene Radien an, bezogen auf WagenlÀngen (bzw. deren DrehgestellabstÀnde)

Ich ĂŒbersetze mal fĂŒr H0:

Wagengruppe A: Wagenkasten bis 23cm LĂ€nge, Drehgestellabstand bis 16cm
Wagengruppe B: Wagenkasten bis 27,8cm LĂ€nge, Drehgestellabstand bis 19,8cm
Wagengruppe C: Wagenkasten bis 31,2cm LĂ€nge, Drehgestellabstand bis 22,4cm

zulÀssiger kleinster Radius:
Wagengruppe A 363mm
Wagengruppe B 412,5mm
Wagengruppe C 495mm

empfohlener Mindestradius fĂŒr Nebengleise im Bahnhofsbereich:
Wagengruppe A 412,5mm
Wagengruppe B 495mm
Wagengruppe C 577mm

empfohlener Mindestradius fĂŒr Hauptgleise auf Nebenbahnen:
Wagengruppe A 495mm
Wagengruppe B 577mm
Wagengruppe C 660mm

empfohlener Mindestradius fĂŒr Hauptgleise auf Hauptbahnen:
Wagengruppe A 577mm
Wagengruppe B 660mm
Wagengruppe C 742,5mm

Wie gesagt, nur Empfehlungen.
Aber nehme ich als Beispiel einen maßstĂ€blichen 26,4m-Wagen(303mm), dann gehört der zur Wagengruppe C.
Jage ich diesen durch Radius 360mm, dann wird er es mir nicht danken.

Damit könnte womöglich der oben angesprochene schlechte Ruf von Piko-Bogenweichen rehabilitiert werden?

Hand aufs Herz: wer hat schon so großzĂŒgig Platz, um die empfohlenen Mindestradien einzuhalten?
Wir schummeln alle hier und da ein wenig, und dann etwaige Probleme bei der Betriebssicherheit auf das Gleis zu schieben, wÀre Augenwischerei :hppy2:

Etwas off-topic, aber vielleicht erwĂ€hnenswert: ich habe mal einen Test gemacht, weil ich wissen wollte, wie viele Wagen eine Lok ziehen kann. DafĂŒr habe ich möglichst viele Wagen auf mein Testoval (GleislĂ€nge 10m, Radius 700mm) gepackt.
Die Lok hatte keine Probleme, aber bei ungefĂ€hr 7m ZuglĂ€nge hat es mir die Wagen fast vom Gleis gerissen, weil die KrĂ€fte, die trotz des vergleichsweise großen Radius' wirken, nicht zu unterschĂ€tzen sind.
Derart lange ZĂŒge sind wohl eher die Ausnahme, kleinere Radien allerdings nicht...


Viele GrĂŒĂŸe,
Oliver
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Re: Gleissysteme

Beitragvon Raimund » Sonntag, 15. Januar 2017, 11:32:38

Hallo,

da ich mit AC ~ unterwegs bin und auch nur Digital fahre, geb ich mal was zum C und K-Gleis mit den Pukos dazu.

Da das K-Gleis schon in die Jahre gekommen ist ist es umso erstaunlicher, das selbst Gebrauchte Gleise absolut Betriebssicher sind. Das einzige Manko ist allerdings, das die Pukos (Mittelleiterpunktkontakte) nach einiger Zeit des nicht fahrens durchaus eine Schicht bilden, die auch die Stromaufnahme durch den Schleifer behindern. Von den Schienen brauch ich da ja nicht zu reden, weils das gleiche in GrĂŒn ist, wie bei den 2Ltr Gleisen. Es setzt sich nunmal Staub und anderes auf den Schienenköpfen ab. Was sich beim C-Gleis nicht ganz so schlimm auswirkt. Da ist ja auch der Schienenkopf abgerundeter.

Was ich anfangs fĂŒr ein dickes Minus empfand, ist die LautstĂ€rke, wenn ein Zug auf dem Gleis unterwegs ist. Bei Gedeckten GĂŒterwagen ist das besonders schlimm, dachte ich, deshalb hab ich im sichtbaren Bereich auch das K-Gleis verbaut. Mit einer 2mm Korkschicht darunter. Nunja, nach dem Einschottern, war das K-Gleis dann mal genauso Laut, wie das C-Gleis.
Ich wĂŒsste aber auch jetzt nicht, wie man die SchallbrĂŒcke beim Schottern und Kleben verhindern könnte.

Der nĂ€chste Minuspunkt fĂŒrÂŽs C-Gleis, ist die höhe und das aussehen von der Gleisbettung. Sicher, man kann es einschottern, aber auch das ist ein riesen aufwand, der sich nur fĂŒr "NietenzĂ€hler" lohnt. Da mach ich es mir einfacher, indem ich das K-Gleis einschotter. Das geht einfacher und sieht auch besser aus.

Es gibt auch kein Flexgleis zum C-Gleis, was auch nicht so einfach zu bewerkstelligen ist, als beim K-Gleis oder bei den 2 Ltr Gleisen, denn die Gleisbettung ist ein hartes StĂŒck Kunststoff und Weichmacher sind da eher verpöhnt. Ich denke auch nicht, das ein Flexgleis jemals kommt.

Die Bogenweichen, immer wieder ein Meckerpunkt. Ich hab bei diesen Weichen nur eine Lok welche auf den Bogenweichen Probleme macht. Und das bei C und K-Gleis Bogenweichen. Das ist eine Fleischmann BR 24 016. Meine Piko BR 55 DR mach da keine Probleme. Ich vermute aber, das die Fleischmann ihre DC RadsÀtze behalten hat und es deswegen zu den besagten Problem kommt. Die Piko BR 55 hat AC RadsÀtze. MÀrklin Loks entgleisen nicht.

Einen Minuspunkt fĂŒrs K-Gleis hab ich aber noch. Und zwar korrodiert der Mittelleiter. Teilweise so heftig, das es an den Schwellen sichtbar wird. FĂŒr die Optik sicher nicht verkehrt, aber fĂŒr die Betriebssicherheit eher nicht. Ich hab bei korrekturen des Gleisplans die Gleise genommen und vom Mittelleiter den Rost entfernt und diesen dann mit schwarzer Acrylfarbe lackiert.

Auch empfinde ich die Pukos als nicht wirklich störend, wenn man ĂŒbers Gleis schaut. Ich hab mal ein Piko A-Gleis genommen und das Pukoband von Peco. Man mĂŒsste das Kupferband von Peco schon BrĂŒnieren damit es gĂ€nzlich im Schotter unsichtbar wird. Da ist mit der Aufwand zu hoch. Ausserdem kann man die Pukos beim bauen durchaus als "Lineal" nutzen.

Das sind meine EindrĂŒcke und erfahrungen mit dem K und C-Gleis von MĂ€rklin. Andere Nutzer können natĂŒrlich andere Erfahrungen gemacht haben.
Liebe GrĂŒĂŸe aus der SĂŒdheide
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Re: Gleissysteme

Beitragvon HF110c » Montag, 16. Januar 2017, 13:31:14

Hallo,

vielleicht ist es hilfreich, wenn ich euch einmal meine Erfahrungen mit diversem Gleismaterial schildere. Angefangen hat es damals in den 70ern mit Arnold Rapido in Spur N. Die Gleise waren brĂŒniert, bei den Weichen gab es damals schon eine HerzstĂŒckpolarisierung, die aber sehr primitiv und wenig vorbildgerecht realisiert wurde. Beide Zungen wie auch das HerzstĂŒck waren ein einziges Bauteil, welches durch Druck an eine der beiden Backenschienen bewerkstelligt wurde. Das Gleismaterial war insgesamt sehr betriebssicher, sah aber eben nicht so toll aus. Dann kam ich ĂŒber Minitrix zu Roco Spur N Gleis. Letzteres eignete sich sogar schon fĂŒr einen Einsatz im einsehbaren Bereich, weil es lange Weichen mit schlanken Abzweigwinkeln gab. Leider waren bei den Weichen (genannt Unterflurweichen) die HerzstĂŒcklĂŒcke sehr lang und somit auch der isolierte HerzstĂŒckteil. Solch eine HĂŒrde war nur mit sehr viel Schwung von einer kleinen Lok wie einer BR 80 zu nehmen. Ok, fĂŒr den Rangierdienst musste dann eine Drehgestelllok herhalten. Ab der GrĂ¶ĂŸe einer V100 brauchte man zumindest bei sauberen Gleisen und RĂ€dern keinen Schwung mehr, um ĂŒber die HerzstĂŒcke hinwegzukommen.

In meiner N Bahner Zeit stolperte ich mehrfach ĂŒber eine uminöse BaugrĂ¶ĂŸe namens H0e. Es begann Anfang der 80er mit dem BlĂ€ttern in einem Hauptkatalog, in dem alle Fahrzeuge, die 1978 weltweit hergestellt wurden, im Bild vorgestellt wurden. Da sah man dann Fahrzeuge von Firmen wie Bemo, Westmodell, Merker & Fischer (M & F) usw. Schmalspurgleise gab es von Bemo wie auch von Roco. Erste Gedanken zum Wechsel von N auf H0e kamen Mitte der 80er bei mir auf, als ich im Freizeitheim Hannover Linden mit ein paar "Irren" zu tun bekam, die meinten, dass beim Vorbild 750mm Regelspur und alles darĂŒber Breitspur sei. Diese "Irren" bauten in H0e, was zu dem Zeitpunkt ziemlich exotisch war. Mir ging es weniger um den exotischen Reiz, sondern, dass mir mal jemand zeigte, dass man auf 9 mm Spurweite tatsĂ€chlich ohne Stocken langsam fahren konnte. Das war jener Aha-Effekt, um auf H0e umzusteigen. Zuerst mit Bemo Gleismaterial, spĂ€ter, nach dem Erlernen des Weichenbaus, mit selbstgefertigten Gleisen mit 1,4 mm Profilen (Code 55). Zwischendrin baute ich mit dem damals noch recht neuen Roco Schmalspurgleis (Code 80) eine H0e Anlage als Auftragsarbeit. Durch zwischenzeitliche Änderungen waren fĂŒnf Weichen und ein paar Gleise ĂŒbrig. Aus diesen entstand 2002 mein Timesaver. Bis die Weichen ordentlich funktionierten, mussten DrahtbrĂŒcken zwischen Zungen und Zwischenschienen eingelötet werden. Zu dieser Vorgehensweise rate ich jedem, der Gelenkzungenweichen fest auf seiner Anlage verbauen möchte. Nichts ist Ă€rgerlicher, als wenn man nach dem EinfĂ€rben und Einschottern feststellt, dass Leim und Lack die KontaktfĂ€chen zu IsolierflĂ€chen machte. Dann ist es Essig mit der Fahrerei. Blöd ist nur, dass man nachtrĂ€glich keine DrahtbrĂŒcken unsichtbar eingebaut bekommt. Deshalb sind solche Arbeiten grundsĂ€tzlich vor dem Einbau vorzunehmen. Ich spreche hier aus eigener Erfahrung, da ich mir mit meiner angeborenen Faulheit das Leben leichter machen wollte. Ok, das war, bevor ich mit dem Weichenselbstbau anfing und noch auf Try & Error angewiesen war.

Kurz nach dem Umstieg auf H0e verkaufte ich meinen Spur N Kram, weil ich eine Rangierlok auf H0 Gleisen benötigte. Ok, eine Weinert BR 55 als Fertigmodell war fĂŒr diesen Zweck vielleicht etwas "overdosed", aber die Lok gefiel mir und das Ding fĂ€hrt ruckfrei wie lautlos. Also baute ich mir als Muster eine einfache Weiche nach Reichsbahn Oberbau "K". Mit etwa 32 cm LĂ€nge beschlich mich der Verdacht, dass man um Kompromisse doch nicht herumkommt. Deshalb landete ich irgendwann bei Typ 3 Weichen von Tillig Elite der ersten Generation. Auch hier musste man zum Zweck einer höheren Betriebssicherheit etwas Hand anlegen. 2010 hat Tillig diese Schwachstellen von sich aus behoben. Trotzdem könnten bei einigen HĂ€ndlern noch "Altlasten" in den Regalen schlummern, auch wenn die modifizierte Serie neue Artikelnummern bekam. Aus meinen beiden Testexemplaren entstand dann im Jahr 2006 mein Inglenook. Dort funktionieren die Weichen seit ĂŒber zehn Jahren absolut einwandfrei, weshalb ich sie beruhigt weiterempfehlen kann. Mit den Tillig Weichenmotoren im Timesaver habe ich gemischte Erfahrungen machen dĂŒrfen. Trotz Kapselung sind die Antriebe nicht staubdicht und die Leiterbahnen bzw. die dazugehörigen Schleifer (Endabschaltungen / HerzstĂŒckpolarisierung) korrodieren in lĂ€ngeren Betriebspausen. Nach einem halben Jahr Betriebsruhe mĂŒssen die Antriebe erst wieder mĂŒhsam wiederbelebt werden, damit sie sicher funktionieren. Dagegen sind die Motoren von NMW ĂŒber jeden Zweifel erhaben, obwohl diese völlig offen sind! Fazit: Es gibt teure Weichenantriebe, die nichts taugen und welche, die etwas mehr kosten, aber dann einwandfrei funktionieren. Meist gibt nicht der oberirdische Teil Anlass fĂŒr Kritik. Die grĂ¶ĂŸte Fehlerquelle stellen elektromagnetische Weichenantriebe dar. Zumal sie fĂŒr den Einsatz mit Federschienenzungenweichen (diese haben keine Gelenke in den Zungen) ungeeignet sind, weil ihnen die nötige Selbsthemmung fehlt.

Soweit mal meine Erfahrungswerte mit Gleismaterial.

Lieben Gruß

HF110c
Ich muss wohl kaputt sein. Nie funktioniere ich so, wie andere mich gerne hÀtten.
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Re: Gleissysteme

Beitragvon oligluck » Mittwoch, 25. Januar 2017, 18:17:41

Moin,

fĂŒr Einige wohl eine kleine Sensation:
Roco bringt das Roco Line mit Bettung wieder raus!

Damit stehen die schlanken 10°-Weichen dann auch fĂŒrs Teppichbahning zur VerfĂŒgung.
Auf der Roco-Homepage sind erst einige Gleise gelistet, bei MSL (und anderen) aber bereits mehr und vorbestellbar:
http://www.modellbahnshop-lippe.com/produkt/Roco/1-4-0-192342-007002-0-0-0-0-2-0-grp-de-p-0/ein_produkt.html

Viele GrĂŒĂŸe,
Oliver
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Re: Gleissysteme

Beitragvon HF110c » Mittwoch, 25. Januar 2017, 20:14:41

Moin,

prinzipiell ist das eine gute Nachricht. Schade ist, dass es nur eine Neuauflage mit allen bekannten Fehlern werden wird. WĂ€hrend Gelenkzungen noch recht harmlose Fehlerquellen darstellen, geraten die viel zu langen HerzstĂŒcklĂŒcken wie auch die BlockherzstĂŒcke mit ihren SpurkranzauflaufflĂ€chen (StraßenbahnherzstĂŒcke) zum Ausschlusskriterium. Nach ĂŒber 20 Jahren Marktexistenz des Gleissystems - egal, ob mit oder ohne Bettung - ist eine Überarbeitung zur Modellpflege wichtiger als die Lieferbarkeit der einzig maßstĂ€blichen Bettung am Markt.

Meine persönliche Meinung ist vielleicht nicht unbedingt relevant, aber mit der Beibehaltung der bekannten Fehler wird der RP25-Fraktion mal wieder eine schallende Ohrfeige verpasst. Also bleibt nur die Verwendung von Tillig Elite, Weinert "Mein Gleis" oder eben der Selbstbau.
Schade, dass mal wieder die Chance auf ein wirklich gutes Gleissystem vertan wurde.

Lieben Gruß

HF110c
Ich muss wohl kaputt sein. Nie funktioniere ich so, wie andere mich gerne hÀtten.
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HF110c
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