Übergangsbogenberechnung verstĂ€ndlich fĂŒr Rentner

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Übergangsbogenberechnung verstĂ€ndlich fĂŒr Rentner

Beitragvon Bahnmischa » Samstag, 05. September 2015, 20:10:33

Hallo Gleisbauspezialisten,

wie es nun mal im Alter so ist – Rechnen mit Formeln verlernt. FĂŒr meine Planung benötige ich Daten um die ersten Trassenbretter auszusĂ€gen. FrĂŒher genĂŒgte ein Anruf bei der richtigen Dienststelle der Deutschen Bundesbahn, heute geht das leider bei der "Aktienbahn" nicht mehr! Darum stelle ich jetzt hier im Gleisbau-Forum die Frage nach der Lösung und hoffe auf Eure Hilfe – bedanke mich schon mal im Voraus.

Nebenbahn - Radius 248 m – Streckengeschwindigkeit 70 km/h
Welche LĂ€nge muss der Übergangsbogen bis zum Radius (Bogenanfang) sein? Benötigt der Radius des Gleises eine Überhöhung bei der Geschwindigkeit? Die Nachforschung im Internet brachte kein Erfolg, da die meisten Informationen nur fĂŒr "Modellbahnspieler" waren (VerkĂŒrzungen und allgemeine Modellnormen).
Da ein Bau mit Modulen geplant ist, spielt der Platz eine unbedeutende Rolle und kann/könnte nach Vorbild gebaut werden. HierfĂŒr benötige ich Eure Hilfe als Rechenprofis.

LG Bahnmischa
PS: die Daten bitte in m bzw. mm, Umrechnung in einen Modellmaßstab beherrsche ich noch. ^^
Bahnmischa
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Re: Übergangsbogenberechnung verstĂ€ndlich fĂŒr Rentner

Beitragvon Atlanta » Samstag, 05. September 2015, 20:27:09

Hallo Bahnmischa,

erst mal :sd10: hier in unserem Forum und den Hinweis, daß ich dir deinen Beitrag ins jetzt richtige Forum verschoben habe. Keine Panik, dafĂŒr sind wir vom Forenteam ja da, dir auch zur Seite zu stehen oder mal Themen zu verschieben, sofern nötig.

Die Kleinmarkthalle ist bei uns der "gewerbliche" Bereich, wo allgemeine Forendiskussionen nichts zu suchen haben, es sei denn der Themenersteller gestattet dieses ausdrĂŒcklich.

Unsere Gleisbauspezialisten lesen hier auch regelmĂ€ĂŸig mit und ich bin mir sicher, daß dir bestimmt jemand helfen kann.

Wenn du möchtest, kannst du dich ja noch im Bereich Willkommen unter "Vorstellung neuer Mitglieder" kurz etwas ĂŒber dich schreiben.

Nun viel Spaß hier im Forum. :fig55:
Schönen Gruß,
Ingo
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Re: Übergangsbogenberechnung verstĂ€ndlich fĂŒr Rentner

Beitragvon Atlanta » Sonntag, 06. September 2015, 03:44:32

Hallo Mischa,

vieleicht hilft dir diese Berechnung weiter:

GleisĂŒberhöhung bezeichnet den Höhenunterschied beider Schienenoberkanten in einem Gleisquerschnitt. Die Überhöhung bewirkt, dass Radien mit höheren Geschwindigkeiten befahren werden können, ohne dass Fahrzeuge, Ladungen oder FahrgĂ€ste starken Beschleunigungen zur Seite ausgesetzt werden, oder ein Schienenfahrzeug entgleisen kann. Als positiver Nebeneffekt reduziert sie die ungleichmĂ€ĂŸige Abnutzung der Schienen. Als ausgleichende Überhöhung bezeichnet man die Überhöhung, welche beim Erreichen einer Entwurfsgeschwindigkeit die auf das Schienenfahrzeug wirkende Querbeschleunigung eliminiert.

Die theoretische Überhöhung (ĂŒt) wird bei der Regelspur, wie folgt berechnet:

ĂŒt = 11,8 x V x V : R

Wobei V die Streckengeschwindigkeit und R den Halbmesser des Bogens (Bogenradius) bezeichnet. Diese Formel wird bei der praktischen Anwendung allerdings je nach Regelfahrgeschwindigkeit bzw. kleineren Halbmessern abgeÀndert zu Anwendung gebracht.

Aus der Anforderung, dass an jeder Stelle des Fahrweges ein sicherer Nothalt eines Schienenfahrzeuges möglich sein muss, ergibt sich eine maximale Überhöhung, um im Stillstand ein Umkippen des Fahrzeugs nach innen zu verhindern. In Deutschland gestattet die Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung in AbhĂ€ngigkeit von den verwendeten Fahrzeugen, deren Ladung und Sicherung eine Überhöhung von maximal 180 mm, dies entspricht bei der Normalspurweite von 1435 mm einer Querneigung von 12,6 %. Bedingt durch Toleranzen bei Bau und Instandhaltung von Gleisen, betrĂ€gt die maximal zulĂ€ssige Überhöhung bei deutschen Infrastrukturbetreibern z.Z. fĂŒr Schotteroberbau 160 mm und fĂŒr feste Fahrbahnen 170 mm. Im Bereich von Bahnsteigen ist meist deutlich weniger Überhöhung zulĂ€ssig.


Wenden wir diese Formel mit deinen Werten an ergibt das:

ĂŒt = 11,8 x V x V : R = 11,8 x 70 Km/h x 70 Km/h : 248 m = 233,145
ĂŒt = 233,15 (gerundet)

Eine Abweichende, wohl aber genauere Formel findest du bei Wikipedia unter "Schienenbahnen" im Artikel "Überhöhungen".

Wobei sich mir aber die Frage stellt, ab im Nebenbahnbetrieb mit nur 70 Km/h Geschwindigkeit, ĂŒberhaupt eine GleisĂŒberhöhung notwendig wĂ€re?
Schönen Gruß,
Ingo
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Re: Übergangsbogenberechnung verstĂ€ndlich fĂŒr Rentner

Beitragvon Bahnmischa » Sonntag, 06. September 2015, 10:49:09

Hallo Ingo,

da hĂ€tten wir schon unser erstes Problem. Nach der Formel betrĂ€gt die "ĂŒt = 233,15 (gerundet)", erlaubt sind aber nur lt. Wikipedia „
 Begrenzung der zulĂ€ssigen Überhöhung auf 150 mm“. In anderen Publikationen habe ich sogar nur von 130 mm gelesen. Es ist wohl gar nicht so einfach einen Gleisbogen nachzubauen. Ob eine Überhöhung bei einer Nebenbahn mit Vmax. 70 km/h nötig ist, bleibt eine weitere offene Frage, genauso wie die LĂ€nge des dazugehörigen Übergangsbogens.

Weitere Antworten von der Forumgemeinschaft werden von mir gerne gelesen und sind vielleicht auch fĂŒr andere Modul und Trassenbauer interessant.

LG Mischa
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Re: Übergangsbogenberechnung verstĂ€ndlich fĂŒr Rentner

Beitragvon Bahnmischa » Dienstag, 08. September 2015, 12:59:48

Hallo,

meine ersten Formelberechnungen (Danke fĂŒr die Link's) kommen auf nachfolgende Werte: Überhöhung 103,1 mm = 105,0 mm aufgerundet - Übergangsbogen 73,5 m. Sollte jemand andere bzw. bessere Werte errechnet haben, bitte ich diese hier zu schreiben - Danke.

LG Mischa
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Re: Übergangsbogenberechnung verstĂ€ndlich fĂŒr Rentner

Beitragvon Bahnmischa » Mittwoch, 09. September 2015, 22:16:18

Hallo,

da Bilder gerne gesehen werden, hier die ersten vom Bau des Übergangsbogen.
Bild
...Sauberkeit muss sein :roll:
Bild
und jetzt schnell weg. :bb1:

LG Mischa

Rentnerknipse, daher die bescheidene QualitÀt!
Bahnmischa
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Re: Übergangsbogenberechnung verstĂ€ndlich fĂŒr Rentner

Beitragvon Atlanta » Mittwoch, 09. September 2015, 22:32:10

Hallo Mischa,

sehe ich das richtig, du baust auch mit Stahschwellengleisjochen? :mx13:

Wie unsere Kollegen der Schmalen Spuren schon erwĂ€hnten, sind Stahlschwellengleise bei der Modellbahn etwas unterreprĂ€seniert, umso mehr erfreut es mich, daß auch du welche darstellst. :mx54:
Schönen Gruß,
Ingo
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Re: Übergangsbogenberechnung verstĂ€ndlich fĂŒr Rentner

Beitragvon Atlanta » Sonntag, 13. September 2015, 11:40:47

Hallo Mischa,

schau dir mal diesen Artikel aus einem Paralleluniversum an:

Regelspurige Extremgleisbögen.

:fig55:
Schönen Gruß,
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Re: Übergangsbogenberechnung verstĂ€ndlich fĂŒr Rentner

Beitragvon Bahnmischa » Mittwoch, 16. September 2015, 15:10:49

Hallo Forumhelfer,

hier ein weiteres Problem.
Bild
Wie hoch ist der Unterschied bei der LĂ€nge von 262 m.

Bild
Musterprofil angelehnt nach FREMO-Norm

LG Mischa

Nachtrag: Auf der suche nach einer Lösung bin ich auf 6,91 m (79,4 mm in H0) gekommen - stimmt dem jemand zu?
Bahnmischa
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Re: Übergangsbogenberechnung verstĂ€ndlich fĂŒr Rentner

Beitragvon oligluck » Sonntag, 11. Oktober 2015, 12:07:20

Hallo Mischa, ist die Frage noch aktuell?

Sie steht ja schon seit ein paar Wochen im Raum - und ich habe sie eben erst gesehen.

18,155 o/oo Neigung auf 262m LÀnge sind 4,75m Höhenunterschied - oder 5,5cm in H0.


Viele GrĂŒĂŸe,
Oliver
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