Westal - ein kleiner Bahnhof irgendwo...

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Westal - ein kleiner Bahnhof irgendwo...

Beitragvon MicroBahner » Dienstag, 29. April 2014, 17:00:46

Hallo,
nachdem ich hier im Forum so freundlich aufgenommen wurde, wurde verschiedentlich auch der Wunsch ge├Ąussert, etwas mehr ├╝ber mein Anlage zu erfahren.
Diesem Wunsch m├Âchte ich nun nachkommen. Dabei werde ich in diesem Fred die Anlage mehr aus der Sicht des Betrachters und Bedieners beschreiben. Wer sich auch f├╝r die Technik 'unter der Haube' interessiert, wird dann eher in meinem Fred im Forum 'Stellwerk' f├╝ndig.

Dass das Thema der Anlage nicht sehr originell ist, habt ihr ja schon bemerkt: Dargestellt wird ein kleiner Unterwegsbahnhof ('Westal' ) an einer 2-gleisigen Hauptstrecke, an dem eine Nebenbahn abzweigt. Die Nachbarbahnh├Âfe an der Hauptstrecke sind 'Ostfeld' und 'Nordham', der n├Ąchste Bahnhof an der Nebenbahn ist 'S├╝ders'. Das ganze ist als ADW-Anlage fest im Keller aufgebaut. Hier nochmal der Gleisplan des sichtbaren Bereiches:
Bild
Das Raster im Gleisplan ist 50cm. Damit k├Ânnt ihr die Abmessungen absch├Ątzen.

Der Mindesradius auf der Hauptbahn ist 1m, auf der Nebenbahn und in abzweigenden Weichen der Hauptgleise 70cm. Nur bei Nebengleisen geht es bis auf 50cm runter. Die 50cm sind auch der Mindestradius auf der gesamten Anlage. Ich kann Z├╝ge bis zu 3m L├Ąnge fahren lassen, und da sollten die Radien nicht zu klein sein - auch im verdeckten Bereich.

Zeitlich ist das ganze in der Epoche 3 angesiedelt. Wobei ich da nicht sehr kleinlich bin. Ich habe sowohl Fahrzeuge der Epoche 3a, als auch der fr├╝hen Epoche 4. Eine harte zeitliche Grenze markiert bei mir der Wechsel der DB zu neuen Farbschema Anfang der 70er. Da kommt mir nix auf die Anlage.
Da ich ein gro├čer Freund von Elektroloks bin, muss die Hauptstrecke auch elektrifiziert werden. Mit dem Spannen der Fahrdr├Ąhte werde ich aber noch warten, bis darunter alles weitgehend gestaltet ist - sonst sind die nur im Weg. Das kann also noch dauern....

Auf der Hauptstrecke f├Ąhrt eigentlich alles, was damals so auf den Gleisen der DB unterwegs war. Vom TEE (Vt11.5) ├╝ber D-Z├╝ge bis zu langen Durchgangsg├╝terz├╝gen. Haltmachen tun im Bahnhof aber nur Eil- und Personenz├╝ge und die Nahg├╝terz├╝ge.
Zum Rangieren gibt's im Bahnhof auch gen├╝gend Gelegenheit. Da wird es 2-3 Betriebe geben. Auf der einen Seite des Bahnhofs einen Eisenhandel:
Bild
Auf der anderen Seite wird es wohl ein Kohlenhandel und evtl noch eine kleinen Fabrik werde. Da gibts noch nichts zu forografieren, daher nur ein Planungsbildchen:
Bild
Ja und dann gibt's nat├╝rlich noch G├╝terschuppen und Freiladegleis.

Ausserdem befindet sich auf der Strecke noch ein Anschlu├čgleis bei einem Kalkofen.
Bild
Das muss dann per Sperrfahrt versorgt werden. Ich denke, da ist f├╝r ausreichend Fahr- und Rangierm├Âglichkeiten gesorgt :grin: :grin:


Der grosse Schattenbahnhof unterhalb der Anlage sorgt daf├╝r, dass der Zugbetrieb nicht eint├Ânig wird. Derzeit ist er mit 43 Z├╝gen voll belegt. Gleise und Weichen sind alle verlegt und in Betrieb. Es fehlen noch die meisten Signale und das ganze Drumrum ist bis auf einen kleineren Bereich beim Kalkofen auch noch eher Rohbau.
Die Technik ist weitgehend fertig - zumindest in der Zugbetrieb vollst├Ąndig m├Âglich. Erweiterungsw├╝nsche gibt's da nat├╝rlich noch immer. Speziell f├╝r den Rangierbetrieb muss noch einiges an der Stellwerksoftware gemacht werden. Fertig ist man ja bekanntlich nie.


W├Ąhrend der Betrieb im Schattenbahnhof vollautomatisch abl├Ąuft, ist im sichtbaren Bereich 'Handbetrieb' angesagt. Wenn der Fdl nichts tut - tut sich auch nichts. Bedient wird dieser Bereich ├╝ber ein Stellpult, dass in der Funktion einem elektromechanischem Stellwerk nachgebildet ist.
Bild
Die Hebelschalter sind f├╝r Weichen und Sperrsignale, die Drehkn├Âpfe f├╝r Fahrstra├čen/Signale. Die grossen Drehkn├Âpfe sind die Fahrpotis. Die werden dynamisch den eingestellten Fahrstra├čen zugeordnet.

Der Fahrdienstleiter muss zuerst die Weichen f├╝r die gew├╝nschte Fahrstra├če stellen.
Anschliessend kann mit dem entsprechenden Drehknopf die Fahrstra├če festgelegt werden. In der letzten Raste des Drehkopfs wird dann auch das Signal auf 'Fahrt' gestellt. Dann ist auch einer der Fahrregler mit der Fahrstra├če verbunden und der Zug kann fahren.
Die gesamte Fahrstromverwaltung ├╝bernimmt das Stellwerk. Die eigentlich bei analogen MoBas ├╝blichen Schalter f├╝r den Fahrstrom gibt's bei mir nicht :cool: .
Eine echte mechanische Verriegelung der Weichen und Fahrstra├čenschalter gibt es nicht. Dies wird elektrisch simuliert. Ist ein Schalter verriegelt, so leuchtet daneben eine rote Led. Wird er trotzdem bet├Ątigt bewirkt das ausser einem Blinken der Led nichts. Damit sind die Weichen bei aktiven Fahrstra├čen tats├Ąchlich verriegelt und k├Ânnen nicht verstellt werden.

Das Stellpult ├╝bernimmt auch die Kommunikation mit den 'Nachbarbahnh├Âfen' (d.h. mit dem Sbf, der ja diese Nachbarbahnh├Âfe simuliert). Z├╝ge, die bereit stehen um auf die Anlage zu rollen, werden im Zugmeldefenster angezeigt.
Bild
Wird nun eine passende Fahrstra├če aktiviert, so rollt der Zug in den Bahnhof.

Bei Interesse kann ich auch noch ein bisschen mehr zum Betrieb des Stellpults erz├Ąhlen. Auch sonstige Fragen beantworte ich gern.
Gr├╝├če aus Franken
Franz-Peter

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Re: Westal - ein kleiner Bahnhof irgendwo...

Beitragvon Atlanta » Dienstag, 29. April 2014, 19:34:42

Hallo Franz-Peter,

nimm es mir bitte nicht ├ťbel, wenn ich anmerke, da├č ich eine Fahrstra├čen Festlegung in einer anderen Reihenfolge in Erinnerung habe, sogleich auch meine Frage diesbez├╝glich?

W├Ąre es nicht m├Âglich gewesen, zun├Ąchst die gew├╝nschte Fahrstra├če anzuw├Ąhlen, so wird der Schaltstrom dann nur auf die Weichen und Signale freigegeben, die der gew├╝nschten Fahrstra├če zugeordnet sind?
Diese betreffenden Kipphebel kann man nun bet├Ątigen und anschlie├čend k├Ânnte man dann f├╝r die n├Âtige Verriegelung sorgen, z.B. durch weiteren Drehknopf, die Quittungs LED w├╝rde von Gr├╝n auf Rot schalten, wenn alle n├Âtigen Weichen und Signale gestellt wurden.
Ab der Verriegelung w├Ąre ein R├╝ckstellen der Verriegelung nur dann m├Âglich wenn der betreffende Zug entweder den Abschnitt verlassen hat oder eingefahren ist.
Nach dem Aufl├Âsen der Verriegelung k├Ânnten dann die Weichen und Signale zur├╝ckgestellt werden.
Sch├Ânen Gru├č,
Ingo
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Re: Westal - ein kleiner Bahnhof irgendwo...

Beitragvon MicroBahner » Dienstag, 29. April 2014, 20:37:38

Hallo Andreas,
ich seh schon - wir ticken sehr ├Ąhnlich :smile: ;-)
mannisid hat geschrieben:Mach ich dann nichts kommt es zum Zugungl├╝ck.
Na da hat es mein Fdl (als meistens ich ) deutlich leichter. Wenn der nichts tut, bleibt der Zug einfach hinter dem Tunnelportal stehen und wartet....
Bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof wird der Zug erst von der Automatik ├╝bernommen, wenn er hinter dem Portal verschwunden ist.
Demn├Ąchst werde ich dann mal noch etwas mehr zum Stellpult schreiben.

Hallo Ingo,
Warum sollte ich dir was ├╝bel nehmen? Abweichende Meinungen d├╝rfen doch immer ge├Ąussert werden :a046: ;-)
Nein im Ernst, nat├╝rlich gibt es im Bereich der MoBa-Steuerung immer verschiedene L├Âsungsm├Âglichkeiten. Ich wollte den Bedienablauf in meinem Stellpult aber schon m├Âglichst nah an ein reales elektromechanisches Stellwerk anlehnen. Und da m├╝ssen erst die Weichen gestellt werden. Dann kann der passende Fahrstra├čensignalhebel bet├Ątigt werden, der 3 Stufen hat:
    1. Stufe
    verriegeln der zur Fahrstra├če geh├Ârigen Weichen
    2. Stufe
    Fahrstra├če blockelektrisch festlegen. Beim 'echten' Stellwerk bedeutet das, dass die Fahrstra├če jetzt nicht mehr zur├╝ckgenommen werden kann, bevor die Zugfahrt tats├Ąchlich stattgefunden hat. Das habe ich bei mir bewusst noch nicht so streng umgesetzt. Bei mir wird die Fahrstra├če erst verriegelt, wenn der Zug tats├Ąchlich in die Fahrstra├če einf├Ąhrt. Daf├╝r wird in dieser Schalterstufe ein Fahrregler f├╝r diese Fahrstra├če ausgew├Ąhlt.
    3. Stufe
    Das Signal wird auf 'Fahrt' gestellt. Bei mir wird dann auch der Fahrregler aktiv mit der Fahrstra├če verbunden - Der Zug kann fahren.

Die Schalter selbst bewirken ja auch erstmal nicht direkt etwas. Das sind nur Eing├Ąnge f├╝r den Stellwerksprozessor, der dann auf Grund der Bedienungen entsprechende Aktionen im Gleisfeld ausl├Âst - oder eben auch nicht.
Gr├╝├če aus Franken
Franz-Peter

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Re: Westal - ein kleiner Bahnhof irgendwo...

Beitragvon jowiad » Samstag, 03. Mai 2014, 23:27:26

Gr├╝├č' Dich, Franz-Peter,

und sorry, aber ob Deiner Aussage
MicroBahner hat geschrieben:Dass das Thema der Anlage nicht sehr originell ist, habt ihr ja schon bemerkt

m├Âchte ich - nein: sehe ich mich zu einem Zwischenruf gezwungen: 'Einspruch, Euer Ehren!' Mir fiele im Traum nicht ein, Dein Thema als nicht sehr originell zu bezeichnen - und das nicht nur, weil ich selbst diesem Anlagenkonzept weitgehend gefolgt bin, bevor ich komplett auf den Modulbau und damit zur eingleisigen Nebenbahn umgestiegen bin. Deine Grundidee bietet einfach h├Âchst interessante Betriebsoptionen, weshalb auch andere Modelleisenbahner diese in den Mittelpunkt ihres Bauens stellen. Damit mag es rein mengenm├Ą├čig ein 'Standard-Thema' geworden sein - aber es kommt immer darauf an, was man in der weiteren Umsetzung daraus macht - und da bist Du auf einem ganz exzeptionellen Weg. Man kann in meinen Augen Dir sowohl zum gew├Ąhlten Thema wie zur Umsetzung nur gratulieren! :bigOK:

Servus und einen sch├Ânen Sonntag :smile:

Joachim
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Re: Westal - ein kleiner Bahnhof irgendwo...

Beitragvon MicroBahner » Mittwoch, 14. Mai 2014, 11:32:35

Hallo Joachim
Einspruch abgelehnt :mrgreen: :lwgsmiley:

Nein im Ernst, erstmal Danke f├╝r deinen sehr wohlwollenden Kommentar. Klar bietet diese Konzept sehr viele M├Âglichkeiten, weshalb es ja auch so beliebt ist. Das 'nicht originell' bezog sich einzig darauf, dass dieses Thema eben sehr weit verbreitet ist. Aber wie du ja schreibst - letztendlich kommt es darauf an, was man daraus macht. Vielleicht kann man dann doch noch eine gewisse 'Originalit├Ąt' erreichen :roll: - schau'n mer mal. Zumindest was die Ausgestaltung der Anlage angeht steh' ich ja noch ziemlich am Anfang.



Aber ein paar Bildchen von dem bereits weitgehend gestalteten Eckchen um Kalkofen und Bahn├╝bergang hab' ich noch:

Bild

Bild

Bild

Bild


Oberhalb des Kalkofens ist zur Verbindung mit dem (nicht mehr dargestellten) Steinbruch eine Feldbahn dargestellt. Da es aus Platzgr├╝nden nur ein Rudiment ist, ist es nicht betriebsf├Ąhig.

Bild

Bild

Bild
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Franz-Peter

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Re: Westal - ein kleiner Bahnhof irgendwo...

Beitragvon Jendris » Mittwoch, 14. Mai 2014, 17:41:51

Hallo Franz-Peter,

sehr sch├Ân, was Du zeigst. Gef├Ąllt mir gut.
Und egal ob gemalter oder photographischer Hintergrund - beides unterstreicht die Ausschnitte.
Die kleine Feldbahn hat es mir schon sehr angetan, aber auch der Epoche 3 D-Zug wirkt authentisch.

Danke und Gru├č
Jendris
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Re: Westal - ein kleiner Bahnhof irgendwo...

Beitragvon MicroBahner » Samstag, 17. Mai 2014, 11:14:30

Hallo,
erstmal Danke f├╝r eure Kommentare.

@Jendris: Ja der Hintergrund - wie Du richtig bemerkt hast, bin ich da auch noch am experimentieren. Zwischen Anlage und Wand ist aber ├╝berall ein schmaler Spalt, so dass ich den Hintergrund jederzeit austauschen kann. Letzendlich gefallen mir zwar die fotografischen besser. Es ist dabei aber wesentlich aufw├Ąndiger, den Hintergrund an die davorliegende Anlage anzupassen als bei den MZZ-Kulissen.

@Carl-Martin: Freut mich wenn's dir gef├Ąllt. Es fehlt aber noch eine ganze Menge, das braucht noch viel Zeit. Ich werde dann immer mal wieder berichten.


Wie ich oben schon geschrieben habe, liegen die meisten Gleise verdeckt unter der Anlage (ca 80% der gesamten Gleisl├Ąnge). Hier mal ein Video von einer Fahrt durch diese 'Katakomben'
https://www.youtube.com/watch?v=7FPp4zZ_Aro
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Re: Westal - ein kleiner Bahnhof irgendwo...

Beitragvon jowiad » Montag, 26. Mai 2014, 19:50:52

Gr├╝├č' Dich, Franz-Peter,

und danke f├╝r die Bilder und das beeindruckende Video. Bei der verdoppelten Geschwindigkeit im Untergrund habe ich mich irgendwie instinktiv vor dem Bildschirm 'in die Kurve gelegt'.
Was mich richtig begeistert ist Deine Feldbahn: so sch├Ân gammelig und gealtert sowie mit viel Gebrauchsspuren, dabei landschaftlich ganz toll eingebunden. :bigOK:
Zur Treppe auf diesem Bild
MicroBahner hat geschrieben:Bild

habe ich eine Frage: die unterste Treppenstufe schwebt scheinbar etwas in der Luft - ist das Absicht? Soll sie gleichsam von Regenwasser untersp├╝lt sein? :-?

Servus und bis demn├Ąchst :smile:

Joachim
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Re: Westal - ein kleiner Bahnhof irgendwo...

Beitragvon Altm├Ąrkischer » Montag, 26. Mai 2014, 22:09:21

Hallo Franz-Peter

Erst mal noch ein Willkommen in dieser kleinen Galaxie von mir.

Deine hier in Bildern vorgestellte fertige Ecke gef├Ąllt durch die wie
schon geschrieben, gute und nat├╝rliche Gestaltung.
Wie Joachim schon anmerkte, insbesondre die Feldbahn am Kalkofen
hat es auch mir angetan :bigOK:

Dein elektromechanisches Stellwerk finde ich als Nichelektricker beson-
ders beeindruckend. Da ziehe ich den Hut. Ich h├Ątte vor gut 12 Jahren
ohne Digitaltechnik wohl nicht so schnell wieder mt Modellbahn ange-
fangen.

Sch├Âne Gr├╝├če,
Martin
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Re: Westal - ein kleiner Bahnhof irgendwo...

Beitragvon MicroBahner » Sonntag, 01. Juni 2014, 22:01:31

Hallo an alle,
erstmal vielen Dank f├╝r eure Kommentare. Scheint ja doch ein wenig zu gefallen :grin: :grin: ;-)

@Andreas: es war mir ein Vergn├╝gen, dich auf die Zugfahrt mitzunehmen. Gleich gibts auch wieder mehr zu sehen.

@Joachim: Der Spalt unter der Treppe ist nicht wirklich Absicht, sondern vielmer dem leichten Schrumpfen der verwendeten Modelliermasse zu verdanken. Aber wie Du schon schreibst, gibt es ├Ąhnliches ja durchaus auch im echten Leben. Irgendwann werden ich es aber wohl zuspachteln.

@Martin: Dankesch├Ân f├╝r das Willkommen in der kleinen Galaxie. Beim Gestalten der Feldbahn ist es schon von Vorteil, dass sie nicht betriebsf├Ąhig ist. Dadurch muss man doch weniger Kompromisse eingehen.


Das Stellwerk
Wie schon ein paarmal gew├╝nscht, m├Âchte ich Euch jetzt noch ein paar Informationen zu meinem Stellwerk geben. Die Technik werde ich mal in meinem Thread im Technikforum n├Ąher beschreiben. Hier soll es mehr um den praktischen Betrieb gehen. Ich wollte auch schonmal ein Video dazu drehen, doch ist das nicht ganz so einfach: Filmen und gleichzeitig bedienen. Deshalb m├╝sst ihr euch mit einer Bildergeschichte begn├╝gen.

Wie schon erw├Ąhnt, ist im sichtbaren Bereich Handbetrieb angesagt - ohne Aktivit├Ąten des FdL f├Ąhrt kein Zug (wie im richtigen Leben halt). Alles beginnt mit einer Zugmeldung von einem der Nachbarbahnh├Âfe (Nordham Nh und Ostfeld Of auf der Hauptbahn und S├╝ders Sd auf der Nebenbahn). Die Zugmeldungen laufen auf der Zugmeldeanzeige ein:
Bild
Immer wenn ein Zug bereitsteht, um auf die Anlage zu rollen, wird er hier angezeigt mit Zugname und Zugtyp. Der Typ ist noch ein wichtiger Hinweis f├╝r den FdL. Personen- und Nahg├╝terz├╝ge m├╝ssen anders behandelt werden als D-Z├╝ge oder z.B. lange Durchgangsg├╝terz├╝ge.
Wenn der FdL noch nicht so versiert ist, gibt es als Hilfmittel auch noch den Schemaplan des Bahnhofs mit den Weichenbezeichnungen:
Bild
und die Verschlusstabelle aus der alle zu stellenden Weichen f├╝r die verschiedenen Fahrstra├čen ersichtlich sind:
<<Verschlu├čtabelle>> (Die PDF-Datei konnte ich leider nicht hochladen)
Da es sich ja nicht um ein Gleisbildstellpult handelt, ben├Âtigt der FdL doch etwas mehr Wissen ├╝ber die Fahrstra├čen ;-))

Jetzt mal zur Praxis:
Wie in der Zugmeldeanzeige gesehen, kommt von Ostfeld ein G├╝terzug, der bei uns einfach Richtung Nordham durchfahren soll. Das ist von der Bedienung sehr einfach, da f├╝r die Durchfahrten auf den durchgehenden Hauptgleisen keine Weichen verstellt werden m├╝ssen. Da der Zug durchf├Ąhrt, m├╝ssen wir 2 Fahrstra├čen einstellen: Ostfeld(Of)->Gleis3 und Gleis3->Nordham(Nh).

Bild Bild

Die Fahrstra├čen werden mit den Drehschaltern aktiviert. Jeder Schalter kann durch rechts- bzw. linksdrehen 2 Fahrstra├čen einstellen (nat├╝rlich nicht gleichzeitig, deshalb sind das immer Fahrstra├čen, die sich gegenseitig ausschliessen).

N.B: Ich weiss, dass es bei einem echten elektromechanischen Stellwerk die Kombination aus Kipphebeln und Drehschaltern nicht gab. Entweder wurde alles (Weichen und Fahrstra├čen) mit Drehschaltern bet├Ątigt, oder alles mit Kipphebeln. Ich konnte das Stellwerk aber so kompakter bauen.


Wird der Schalter in die erste Raste gestellt, so werden alle f├╝r die Fahrstra├če relevanten Weichen verriegelt. Das sind neben den Weichen im Fahrweg auch die Flankenschutzweichen. Gegebenenfalls auch die Weichen im Durchrutschweg.
Bild Bild
An den leuchtenden Led's erkennt mann, dass die entsprechende Weiche verriegelt ist. Die l├Ąsst sich nun auch tats├Ąchlich nicht mehr verstellen - der entsprechende Schalter ist funktionslos.

Die n├Ąchste Raste der Fahrstra├čenhebel dient bei meinem Stellpult einem reinem MoBa-Zweck: Der Zuordnung des Fahrstroms. Die Gleise werden jetzt elektrisch so verbunden, dass die Fahrstra├če einen eigenen, vom Rest der Gleise getrennten Stromkreis bildet. Ausserdem wird einer der 4 vorhandenen Fahrregler f├╝r die Fahrstra├če reserviert, und ein Fahrpoti f├╝r die Steuerung des Zuges ausgew├Ąhlt. Damit man auch sieht, mit welchem Poti der Zug gesteuert werden kann, leuchtet an dem Poti eine entsprechende Anzeige auf. Dort wird das Startsignal der Fahrstra├če angezeigt (A,B oder F f├╝r die Einfahrten bzw. die Gleisnummer f├╝r die Ausfahrten.
Bild Bild
Hier leuchtet also jetzt das 'A' f├╝r eine Fahrt auf Einfahrsignal A. Der rote Taster ist der Not-Aus Taster. Der Fahrtrichtungschalter ist auch zun├Ąchst funktionslos - Das Stellwerk weis ja, in welche Richtung der Zug fahren soll. Erst wenn er aktiv bet├Ątigt wird, bestimmt er die Fahrtrichtung. Bei normalen Zugfahrten ist das aber nie notwendig.

Bei meinem Stellwerk muss sich der FdL nicht - wie bei Analoganlagen sonst ├╝blich - um die Fahrstromzuordnung k├╝mmern. Das erledigt das Stellwerk alles automatisch. Nichtmal die Lok muss er adressieren ;-)). Er bekommt einfach gesagt: Dreh an dem Poti, dann f├Ąhrt dein Zug.
Welcher Fahrregler zugeordnet wurde, kann man sich zwar auch anzeigen lassen, das ist aber normalerweise f├╝r den Fahrbetrieb irrelevant und man muss es nicht wissen.
Bei unserer Durchfahrt gibt es auch noch eine Besonderheit: Normalerweise bekommt jede Fahrstra├če ihren eigenen Regler und Poti zugeordnet. Bei der Durchfahrt m├╝ssen aber beide Fahrstra├čen elektrisch zusammengeschaltet werden, und es gibt dann daf├╝r auch nur einen Fahrregler. Das zuverl├Ąssig zu erkennen war in der Software etwas knifflig - funktioniert aber inzwischen sehr gut.



Noch kann der Zug aber nicht fahren: Die Signale stehen noch auf Hp0 und der Fahrregler ist auch noch nicht elektrisch mit dem Fahrstromkreis verbunden.
Das passiert erst in der letzten Raste des Drehschalters. Der Schalter f├╝r Of->GL3 steuert das Einfahrsignal 'A' , der Schalter f├╝r Gl3-Of das Ausfahrsignal N3
Wird zuerst die Einfahrstra├če freigegeben geht zun├Ąchst nur das Signal A auf Hp1:
Bild

Wird dann auch die Ausfahrstra├če freigegeben wechselt neben dem Ausfahrsignal (hier N3 ) auch das Vorsignal auf Vr1.
Bild Bild Bild

H├Ątten wird zuerst die Ausfahrstra├če freigegeben, t├Ąte sich am Einfahrsignal erstmal gar nichts, denn wenn das auf Hp0 steht, steht auch das Vorsignal immer auf Vr0. Wird danach auch die Einfahrstra├če freigegeben, wechseln Vor- und Hauptsignal gleichzeitig auf 'Fahrt'.

Jetzt steht also der Zugfahrt nichts mehr im Wege. Das Poti ist schon aufgedreht, der Zug kommt:
Bild

Bild


Hat der Zug das Einfahrsignal passiert f├Ąllt dieses automatisch auf Hp0 zur├╝ck:
Bild
Dabei geht nat├╝rlich auch das Vorsignal wieder auf Vr0, obwohl das Ausfahrsignal noch 'Fahrt' zeigt'.

Unser Zug f├Ąhrt ohne Halt durch den Bahnhof:
Bild

Das Ausfahrsignal steht ja schon auf Hp1:
Bild

Auch beim Ausfahrtsignal gilt: ist der Zug vorbei, f├Ąllt es automatisch wieder zur├╝ck.
Bild

Hat der Zug den Bahnhofsbereich komplett verlassen und ist im n├Ąchsten Blockbereich angekommen (d.h. im Sbf) dann werden die Fahrstra├čen wieder freigegeben. Jetzt k├Ânnen die Drehschalter zur├╝ckgestellt werden, und damit werden dann auch die Weichen wieder freigegeben.
Auch am Fahrpoti erlischt die Anzeige und es steht f├╝r die n├Ąchste Fahrstra├če zur Verf├╝gung.

Das war jetzt also mal der einfache Fall einer Durchfahrt. Damit sollte kein FdL ├╝berfordert sein :mrgreen: ;-) :lwgsmiley:

Wenn noch Fragen sind - immer her damit.
Gr├╝├če aus Franken
Franz-Peter

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