Mal ein kleiner Kreuzungsbahnhof - Baubericht

Schmalspurbahnen im Modell

Re: Mal ein kleiner Kreuzungsbahnhof - Baubericht

Beitragvon Schachtelbahner » Montag, 13. MĂ€rz 2017, 18:21:00

HF110c hat geschrieben:

@ Freddy, brĂŒnierte Profile sind beim Löten ein echter Hemmschuh. Diese Erfahrung machte ich mit Tillig Profilen.

HF110c


Ist mir absolut neu. Mit der Feile 2 - 3 mal drĂŒber und fertig ist die Laube, wo liegt das Problem??.
GrĂŒĂŸe vom Schachtelbahner Kurt

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Re: Mal ein kleiner Kreuzungsbahnhof - Baubericht

Beitragvon oligluck » Montag, 13. MĂ€rz 2017, 18:23:50

Moin,
mir ist ohnehin nicht klar, wieso es ĂŒberhaupt brĂŒnierte Schienen gibt?
Gut, zum löten darf dann ein Glasfaserstift dienen oder die Luxuslösung Roco-Rubber - aber wenn ich eh von der Seite Rostfarbe draufklatsche, hĂ€tte sich der Schienenhersteller die BrĂŒnierung auch gleich schenken dĂŒrfen, odr?

Einsicht ist vorhanden: die Hersteller produzieren nicht ausschließlich fĂŒr mich :lwgsmiley:
Und Mancher mag sich das "verrosten" nicht antun und freut sich ĂŒber die dunklen Profile. Nach denen habe ich als Knirps bereits geschielt, das war Arnold Rapido in Spur N.

Es mag etwas off-topic sein.
Aber wo wir hier gerade als intimer Dreierzirkel zusammen hocken:
Das Aga-Programm zum Weichenselbaubauentwerfen dĂŒrfte ja bekannt sein:
an welchen Normalien (wenn ĂŒberhaupt) orientiert sich das?
Wenn ich damit Weichen entwerfe, erst mal völlig egal, in welcher Spurweite (ich darf/muss/möchte welche in IIm bauen, sinniere aber ebenso ĂŒber Solche in Z), dann kommt mir das Ergebnis stimmig vor.
Allerdings mit der zugegebenen EinschrÀnkung, dass ich in der Beziehung hellhaarfarbig bin :mrgreen:

LG Oliver
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Re: Mal ein kleiner Kreuzungsbahnhof - Baubericht

Beitragvon HF110c » Montag, 13. MĂ€rz 2017, 20:33:05

Moin,

brĂŒnierte Schienenprofile haben auch Vorteile gegenĂŒber ihren nicht brĂŒnierten Artgenossen. Das zeigt sich allerdings erst beim Lackieren. Die BrĂŒnierung wirkt wie eine sehr ausgereifte Grundierung, auf der jeder Lack richtig gut drauf haftet.

Das Aga-Programm - sofern wir vom gleichen schreiben - arbeitet m.W. nicht nach irgendwelchen Normalien des Vorbildes, sondern man kann damit Weichen frei konstruieren. Leider habe ich bei den EKW/DKW ein paar Ungereimtheiten entdeckt, die geometrisch wenig erklĂ€rbar sind und Fehlbedienungen des Programms nicht ausschließt. Die Konstruktion einer EKW mit den Maßen einer Peco EKW fĂŒhrte zu wahrhaft schrĂ€gen Ergebnissen. Allerdings vermute ich primĂ€r einen Denkfehler bei mir und sekundĂ€r im Programm, welches meinen primĂ€ren Fehler zulĂ€sst.

Nochmal zurĂŒck zu den H0e Weichen. Der kleinste Halbmesser bei dreiviertelmeterspurigen Vorbildern liegt nach EBO bei 60m. Diesen findet man hĂ€ufig in den Weichen, wĂ€hrend man auf der Strecke eher grĂ¶ĂŸere Radien vorfindet. Bei den drei o.g. Weichenbauarten (Lenz, K.O.K. und Sachsen) haben wir es mit einer einzigen Geometrie zu tun. Alle drei Weichen haben ein AbzweigtangentenverhĂ€ltnis von 1:7 bei 60m Abzweigradius. In H0 entspricht das einem Abzweigradius von etwa 700mm bei einem Kreissegmentausschnitt von 8°13.

Wenn man eine Weiche komplett selbst bauen will, braucht man zunĂ€chst Eckdaten. Diese ergeben sich aus dem gewĂŒnschten Abzweigradius und dem Kreissegmentausschnitt. ZunĂ€chst ist aber das TangentenverhĂ€ltnis wichtig. Einige Zahlen kann man sich aber recht einfach merken, da das jeweilige TangentenverhĂ€ltnis unmittelbar mit einer Gradzahl verbunden ist.
Beispiele:
1:9 = 6°34 bei Gleisbogenende direkt an der HerzstĂŒckspitze
1:7 = 8°13 bei Gleisbogenende direkt an der HerzstĂŒckspitze
1:3,73 = 15° bei durch das HerzstĂŒck laufendem Gleisbogen. Es handelt sich um das regulĂ€re Kompromissmaß fĂŒr Modellweichen in H0, welches sich aus der Maßstabsverzerrung einer EW49-190-1:9 nach der Faustformel "OriginallĂ€nge /200 bei Originalbreite /83". Klingt jetzt etwas komplex, ist aber recht einfach nachzuvollziehen, wenn man sich eine Roco Line 15° Weiche mit 866mm Abzweigradius oder eine Tillig Typ 1 Weiche (gleicher Radius) zur Hand nimmt und diese vermisst.

Lieben Gruß

HF110c
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Re: Mal ein kleiner Kreuzungsbahnhof - Baubericht

Beitragvon Tody » Dienstag, 14. MĂ€rz 2017, 20:45:56

Hallo Freddy,

mir gefĂ€llt, was du dort gebaut hast. Ich mĂŒsste aber ein paar Fragen los werden. Es wĂ€re eine interessante Alternative, wenn ich mit der vorkonfektionierten Ware nicht weiter kommen sollte.

Wie hast du die HerzstĂŒcken gemacht?
Sind sie aus Schienenprofilen?
Wie hast du die Stelleschwellen befestigt?
Wo bekommt man die Leiterplatten in 2mm StÀrke her?

Viele GrĂŒĂŸe
Torsten
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Re: Mal ein kleiner Kreuzungsbahnhof - Baubericht

Beitragvon HF110c » Dienstag, 14. MĂ€rz 2017, 21:36:53

Hallo Tody,

auch wenn Freddy gefragt war, werde ich einfach mal antworten.

Die HerzstĂŒckspitze besteht aus zurechtgefeilten, zusammengesetzten Schienenprofilen.
Die Stellschwelle wird an den Schienenfuß der Zungen gelötet.
Meines Wissens gibt es kein Leiterplattenmaterial mit 2mm StĂ€rke. Deshalb wird regelmĂ€ĂŸig Leiterplattenmaterial mit 1,5mm StĂ€rke verwendet. In Verbindung mit handelsĂŒblichen Code 80 Flexgleisen muss man bei den Weichen durch Unterlage von Pappe, Kork oder PS-Platte einen Niveauausgleich schaffen.

Hier mal ein etwas detaillierterer Baubericht zum Thema Weichenselbstbau

Lieben Gruß

HF110c
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Re: Mal ein kleiner Kreuzungsbahnhof - Baubericht

Beitragvon Tody » Mittwoch, 15. MĂ€rz 2017, 07:50:19

Hallo HF110c

danke dir fĂŒr den Link. Den werde ich mir mal zu GemĂŒte ziehen.

Viele GrĂŒĂŸe
Torsten
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Re: Mal ein kleiner Kreuzungsbahnhof - Baubericht

Beitragvon Schachtelbahner » Mittwoch, 15. MĂ€rz 2017, 19:35:53

Hallo Weichenbauer.

Es gibt sehr wohl Plattenmaterial in 2 mm, siehe hier: http://www.masterplatex.de/kupferkaschi ... -bis-15-mm

Dann wird die Zunge nicht an die Stellschwelle angelötet, diese Verbindung hĂ€lt nicht lange und wird sich lösen. Die Zunge muss an der Stellschwelle beweglich befestigt werden. Es wird ein 0,4 mm Draht kurz abgewinkelt und an den Zungenfuß gelötet. So, dass die SpurkrĂ€nze keine Behinderung erleiden. In die Stellschwelle wird ein 0,4 mm Loch gebohrt, der Draht der Zunge durchgefĂŒhrt und von unten, unter der Stellschwelle, mit einer 0,4 mm U-Scheibe gesichert. Den Bohrungsabstand muss man natĂŒrlich selbst ermittel. Ich baue meine Weichen nach NMRA, da ergeben sich andere Bohrungen als bei NEM.

In diesem faden das 5 Foto von oben ist das dargestellt: http://projekte.lokbahnhof.de/index.php ... #post21278
es geht aber noch schöner.

Die Zunge ist nun beweglich mit der Stellschwelle verbunden und wird sich nicht mehr lösen. Auch kann die Zunge sich nicht nach oben biegen und die RÀder entgleisen lassen. Ich sichere auch so die Zungen der Tillig Elite Weichen.

Zur HerzstĂŒckspitze habe ich noch ein Foto. Die besteht ja aus einer Haupspitze, im geraden Strang und einer Beispitze, im Abzweigenden Strang.
Bild
Zuletzt geÀndert von Schachtelbahner am Mittwoch, 15. MÀrz 2017, 20:04:42, insgesamt 1-mal geÀndert.
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Re: Mal ein kleiner Kreuzungsbahnhof - Baubericht

Beitragvon Schachtelbahner » Mittwoch, 15. MĂ€rz 2017, 19:46:19

oligluck hat geschrieben:Moin,
mir ist ohnehin nicht klar, wieso es ĂŒberhaupt brĂŒnierte Schienen gibt?
Gut, zum löten darf dann ein Glasfaserstift dienen oder die Luxuslösung Roco-Rubber - aber wenn ich eh von der Seite Rostfarbe draufklatsche, hĂ€tte sich der Schienenhersteller die BrĂŒnierung auch gleich schenken dĂŒrfen, odr?

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LG Oliver


Hi Oliver,

das ist es ja, Du brauchst nicht mehr deine Gleise mit Farbe zu verschmieren. Die Rostfarbe, die allgemein genommen wird, ist auch nach meinem Geschmack viel zu Orange. So sieht nur ein ganz neues Gleis aus. Wenn es so in die Jahre gekommen ist, so nach 3 Jahren, ist der Farbton ein ins gaaanz dunkelbraun gehender und da ist das Tillig Gleis Optimal.

Ich bin ja auch hellhaarig.
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Re: Mal ein kleiner Kreuzungsbahnhof - Baubericht

Beitragvon oligluck » Donnerstag, 16. MĂ€rz 2017, 21:02:04

Moin Kurt,
ĂŒber das Orange brauchen wir nicht reden, das ist wirklich eher neuer Rost.
Bei den Schienen kommt ein Braunton besser, wobei die BrĂŒnierung es nicht trifft. Definitiv nicht.
Daher meine Frage...

Aber zurĂŒck zum orangenen Rost:
landschafts-gelaendebau-f147/versuch-einen-wasserturm-nachzubilden-t1421.html
im dortigen Thread darf es, ohne diesen hier strapazieren zu wollen, thematisiert werden.



Viele GrĂŒĂŸe,
Oliver
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Re: Mal ein kleiner Kreuzungsbahnhof - Baubericht

Beitragvon Freddy » Montag, 20. MĂ€rz 2017, 14:35:05

Mal wieder, ein wirklich, kleiner Baufortschritt.
Die Hoffmann Antriebe sind eingebaut, Funktionstest durchgefĂŒhrt und die Verkabelung angefangen. Leider hat meine Lötstation endgĂŒltig den Geist aufgegeben und so muss ich erstmal Ersatz ordern.

Bild

Da ich nicht weiterlöten und verkabeln konnte, habe ich auf dem rechten Modul die GelÀndeform ausgesÀgt.

Bild

Da das Wetter ziemlich bescheiden ist, wird gleich weitergebastelt. :bigOK:

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Bild
Gruß Freddy

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