Digitalumbau Bemo V51 - mit oder ohne Sound

Schmalspurbahnen im Modell

Digitalumbau Bemo V51 - mit oder ohne Sound

Beitragvon oligluck » Montag, 23. Mai 2016, 10:24:16

Moin,
nach einem Neuerwerb wurde ich gebeten, den Digitalumbau etwas ausfĂŒhrlicher zu beschreiben, als ich das wohl bisher getan hatte.
Auf diese Art sollte Jeder in der Lage sein, so einen Umbau durchzufĂŒhren. Dies ist in deinem wie meinem Interesse.

Kurzer geschichtlicher Abriss: die V51 wurde Mitte der 1960er Jahre in drei Exemplaren gebaut; zu Epoche III-Zeit gab es also die V51 901, V51 902 und die V51 903.
Bemo hat GehĂ€use fĂŒr alle drei Betriebsnummern hergestellt; es ist ein beruhigendes GefĂŒhl, sie alle zu haben (nicht alle mit Sound, leider. Da ist mir nur Einer bekannt, der alle drei hat.)
Nach ihrer Zeit bei der DB wurde die 51 901 erst nach Österreich (VL 21) und dann zur RĂŒgenschen Kleinbahn verkauft, auch dieses Modell bot Bemo an. Das GehĂ€use der RĂŒKB ist jedoch seit LĂ€ngerem ausverkauft und Anfragen beim Hersteller sind zwecklos: die haben bereits das komplette Lager durchgekĂ€mmt!
Diese Druckvariante bekommt man also nur noch gebraucht.
SpĂ€ter wurde die Lok blau lackiert, fuhr als "Press". Zu der weiß ich kaum etwas, es ist nicht meine Epoche.
Es gab noch eine weitere GehĂ€usevariante in grĂŒn, es stellt die Lok der NKB dar, einer Phantasie-Bahngesellschaft, deren Fahrzeuge sich ohne NaserĂŒmpfen zu sammeln lohnen!

Aber nun zum Eigentlichen, dem Lokumbau:
Wir haben vor, einen Decoder oder gar einen Sounddecoder einzubauen, und das natĂŒrlich unsichtbar.
DafĂŒr greifen wir uns eine beliebige V51, die es ĂŒber Ebay gelegentlich gĂŒnstig gibt.

So eine nehmen wir uns nun vor und ich hoffe, es ist kein Problem, dass wir diesmal ein unscharfes Exemplar erwischt haben?

Bild


Das GehĂ€use wird abgenommen, indem man entgegen der Bedienungsanleitung das GehĂ€use zusammendrĂŒckt (beachte die Finger der rechten Hand, gilt fĂŒr vorne und hinten)

Bild

und dann geht es kraft- und saftlos ab:

Bild


Obacht: an dieser Stelle vertschĂŒssen sich gerne die Lichtleiter und sind danach im Flokati nie mehr wieder zu finden!
Und die dann noch drin stecken, werden mit der Pinzette entfernt und gesittet beiseite gelegt:

Bild

Als NĂ€chstes wollen wir die Platine entfernen (hier grĂŒn, das ist die neuere Variante; es gibt auch Ă€ltere Loks mit gelber Platine) und
schnibbeln kurzerhand die Kabel ab:

Bild

und drehen danach die beiden Schrauben raus.

Bild


Das sieht dann so aus:

Bild


Als NĂ€chstes wird der Umlauf entfernt. Guck mal, er wird einfach an den Stellen (Foto!) auseinander gezogen und dann nach oben abgenommen.

Bild

Dann wird der Motor markiert (die Lok soll spÀter nicht in die falsche Richtung fahren) und herausgenommen:

Bild


Die Stifte, die die Drehgestelle halten, werden herausgezogen:

Bild

und die ZahnrÀder heraus genommen, bevor sie sich von selber verabschieden. Ich hatte schonmal eine Lok hier, bei der ein Zahnrad fehlte.
Es gibt sie zwar als Ersatzteil, aber was nicht verloren geht, muss nicht ersetzt werden...

Und dann sieht es so aus:

Bild


Dann werden die Drehgestelle zerlegt, hier genĂŒgt ein Auseinanderbiegen des Rahmens:

Bild

Dies machen wir hauptsĂ€chlich deshalb, weil der Umbau eine gute Gelegenheit ist, um die Kontakte zu reinigen. Und natĂŒrlich die InnenflĂ€chen der RadsĂ€tze.

Diese Lok hat bereits 4 RadsÀtze ohne Haftreifen, solche brauchen wir echt nicht und wollen sie auch nicht: 8 RÀder, die zur Stromaufnahme dienen, sind besser als 6.
Ansonsten wÀre nun der Moment, um die RÀder mit Haftreifen abzuziehen und durch solche ohne Haftreifen zu ersetzen.
Mittlerweile habe ich genug davon da, ansonsten kann man sich auch einen Satz bei Bemo bestellen, das Set kostet knapp 20 Euro.
Diese Ersatz-RadsĂ€tze sind allerdings brĂŒniert, was man natĂŒrlich beachten sollte, wenn mehrere Loks da sein sollen. Ich persönlich mag die Ă€lteren RĂ€der in schwarz/silber lieber und habe es gern einheitlich.


Zu guter Letzt werden die Wellen samt Ritzel aus dem Chassis entfernt. Hier bietet es sich an, mit zwei Zungen einer Zange zÀrtlich von unten zu schieben, um nichts zu verletzen.
Guck mal:

Bild

Achtung: es sind mehrere Teile, und die kleinen Unterlegscheiben werden noch gebraucht.
Solltest du nicht vorhaben, die Teile neu zu fetten, dann packe sie jetzt schon gut ein, wir wollen keinerlei Dreck daran!

Al Ergebnis haben wir dann ganz schön viele Teile:

Bild

Von denen wird alles, was irgendwie schmierig ist, eingetĂŒtet (bei mir gibt es spĂ€ter neues, „leiseres“ Fett)

Und das GehĂ€use wird wieder eingepackt, wo es fĂŒr die nĂ€chsten Arbeitsschritte sicher ist:

Bild


Das war der erste Teil. Weiter geht es in der Werkstatt, da am Chassis gefrĂ€st werden muss, um Platz fĂŒr den Decoder oder gar Sounddecoder und Lautsprecher zu schaffen.

Viele GrĂŒĂŸe,
Oliver
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Re: Digitalumbau Bemo V51 - mit oder ohne Sound

Beitragvon Freddy » Montag, 23. Mai 2016, 12:02:02

Hi Oliver,
genauso wollen wir das sehen!!! :hpy:
Gruß Freddy

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Re: Digitalumbau Bemo V51 - mit oder ohne Sound

Beitragvon Atlanta » Montag, 23. Mai 2016, 18:47:21

Moin Kollegen,

das nenne ich doch mal einen schönen "Schritt fĂŒr Schritt" Umbaubericht. :mx7:
Davon bitte mehr und zur Nachahmung empfohlen.
Schönen Gruß,
Ingo
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Re: Digitalumbau Bemo V51 - mit oder ohne Sound

Beitragvon oligluck » Dienstag, 24. Mai 2016, 19:19:41

Moin,
nun ja, es sind nur einfach ein paar zu viele Fotos :mrgreen:

Aber ich stimme zu, dass ein paar mehr davon nicht schaden, denn ich bin etwas "betriebsblind": manchen Arbeitsschritt, den ich kenne und mir denken kann, extra zu beschreiben (oder zu dokumentieren) ist die eigentliche Aufgabe.
Ich stelle mir dann einfach vor, ich wĂ€re extrem begriffsstutzig und ich mĂŒsste mir dann jeden Handgriff erklĂ€ren. Auf diese Art kommt hoffentlich etwas Brauchbares dabei raus.
Die ĂŒberaus informative Homepage von Hans-Peter Preiffer, also diesew: http://www.hp-pfeiffer.de/ mag dabei als Vorbild dienen, mir ist sie jedenfalls eins :hpy:

FĂŒr weitere Fotos bitte ich um etwas Geduld: die FrĂ€serei ist im Gange, es werden gleich 3 Loks auf einmal bearbeitet.
Meine 901, 902 und 903 sind, nachdem die RÜKB-901 kam, etwas in der Gunst gesunken.
Trotzdem sollen sie endlich fertig werden, denn es geht ja nun gar nicht, dass ich hier stĂ€ndig Loks umbaue und meine eigenen mĂŒssen ĂŒber die Gleise geschoben werden :lwgsmiley:


Viele GrĂŒĂŸe,
Oliver
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Re: Digitalumbau Bemo V51 - mit oder ohne Sound

Beitragvon Freddy » Montag, 13. Juni 2016, 11:53:06

Moin Oliver,
wann gehtÂŽs denn weiter???
Gruß Freddy

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Re: Digitalumbau Bemo V51 - mit oder ohne Sound

Beitragvon oligluck » Dienstag, 14. Juni 2016, 14:02:01

Moin Freddy,
von mir aus gerne bald :hppy2:

Aber: irgendwer meinte, den Begriff "Knutschkugel" wörtlich nehmen zu mĂŒssen und hat den Kleinen geknutscht und noch etwas kleiner gemacht...
Drei Stunden Warten auf Polizei, Werkstatt und Gutachter, als ob ich nichts Besseres mit meiner Zeit vor hÀtte :motz:


Viele GrĂŒĂŸe,
Oliver

(P.S. nur Blechschaden, nichts Gravierendes)
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Re: Digitalumbau Bemo V51 - mit oder ohne Sound

Beitragvon Freddy » Freitag, 11. November 2016, 07:11:22

Moin Oliver, wir warten immer noch auf den Teil 2 zum Soundeinbau in die V 51 :mx10:
Gruß Freddy

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Re: Digitalumbau Bemo V51 - mit oder ohne Sound

Beitragvon usstation » Samstag, 12. November 2016, 16:22:26

:serVus: Oliver, super Bericht. Freddy hat recht :mx13: Fortsetzung :mx13:
Herzliche GrĂŒĂŸe

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Re: Digitalumbau Bemo V51 - mit oder ohne Sound

Beitragvon oligluck » Samstag, 12. November 2016, 19:10:56

Moin,

mea culpa!

Ich habe völlig verschwitzt, weitere Fotos zu machen :a609:
Irgendwie lag die ganzen Monate immer mehr Arbeit an, als gewĂŒnscht...

Aber es gibt noch zwei weitere Loks, eine von ihnen soll einen Sounddecoder bekommen:
dann werde ich auch die versprochenen Fotos nachreichen.

Viele GrĂŒĂŸe,
Oliver
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